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Ahoj-Brause

Die Kult-Brause

FIRMENNAME
Katjes Fassin GmbH + Co. KG

KLASSIKER
Ahoj Brause-Pulver (seit 1932)

GRÜNDUNG
1925 in Stuttgart

ERFINDER
Theodor Beltle (1913 – 1989)

VERTRIEB
weltweit

HAUPTFERTIGUNGSSTÄTTE
Frigeo Werk Remshalden bei Stuttgart
 

Schon Altmeister Goethe war von der „luftigen Säure“ fasziniert – diese Bezeichnung gab er der Kohlensäure in seinen „Wahlverwandtschaften“ und traf damit, wie so oft, den Nagel auf den Kopf. Eines der bekanntesten in dieser Weise prickelnden Getränke hat die Welt allerdings nicht Goethe, sondern dem Kaufmann Theodor Beltle zu verdanken. Dieser entdeckte beim Experimentieren mit Natron und Weinsäure, dass Wasser diese beiden Elemente zum Leben erweckt, denn die Zugabe von Flüssigkeit lässt Kohlensäure entstehen. Fasziniert von seiner eigenen praktischen Erkenntnis, kommt dem findigen Kaufmann der prickelnde Geistesblitz: „Brauselimonaden-Pulver für alle Bevölkerungs­schichten“. Zusammen mit seinem Schwager Robert Friedel gründet Theodor Beltle daraufhin in Stuttgart die Robert Friedel GmbH – kurz: Frigeo – und beginnt mit der Herstellung der Frigeo-Trinktabletten, zunächst in den Geschmacksrichtungen Zitrone und Orange. Eine praktische und günstige Alternative zur Limonade. Das war 1925.

Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten und so bezieht man schon Anfang der 1930er-Jahre neue und größere Fabrikräume. Zu dieser Zeit werden die Trinktabletten durch Brause in Pulverform abgelöst und zu Orange und Zitrone kommen die beiden neuen Geschmacksrichtungen Waldmeister und Himbeere hinzu. Das klassische Brause-Pulver Quartett im kultigen Tütchen ist geboren. Und auch das Design der Verpackung ändert sich. Der sympathische Matrose, der heute nicht mehr von dem Produkt zu trennen ist, lächelt von nun an von den Tütchen – und begrüßt seine Konsumenten:

Das Wort „ahoj“ stammt aus dem Tschechischen und bedeutet so viel wie „hallo“ – eine pfiffige Wort­marke, schließlich klingt „ahoj“ im deutschen Ohr auch nach „Ahoi“ und erinnert damit an den klassischen Seemannsgruß. Der Gruß des Ahoj-Matrosen wird vom Markt freudig erwidert, und ab 1932 erobert der Seemann als Gallionsfigur der Ahoj-Brause die Münder der Konsumenten.

Das Brause-Sortiment wird kontinuierlich erweitert: Pulver, Brause-Brocken, -stangen und andere Brause-Variationen erobern die Herzen der Brause-Fans im Sturm, sodass schon bald ein neues Produktionsgebäude in Remshalden errichtet wird. Dorthin wird die komplette Brause-Produktion ausgelagert. 1953 nimmt das Frigeo-Werk seine Arbeit auf und bis heute wird ausschließlich hier das kultige Brause-Pulver produziert.

Einen buchstäblichen Höhepunkt kann Ahoj-Brause übrigens im Jahr 1965 verzeichnen: Die deutsche Himalaya-Expedition ist nicht aufgebrochen, ohne einen Vorrat an Tütchen mit dem fröhlich winkenden Ahoj-Matrosen als prickelnde Stärkung im Gepäck zu haben.

1975 wird mit mehr als 120 Mitarbeitern das 50-jährige Firmenjubiläum gefeiert; Ahoj-Brause ist bis dahin schon längst zur Kultmarke avanciert.

Immer wieder erscheinen neue prickelnde Kreationen an Kiosken, Tankstellen und in Supermärkten, die von großen und kleinen Brause-Fans fleißig erworben werden.

Seit 2002 gehört das Unternehmen zur Katjes Fassin GmbH + Co. KG und startete somit den Aufbruch in neue Gewässer. Neben der Fokussierung auf die vier klassischen Kernsorten Waldmeister, Himbeere, Zitrone und Orange wird das Sortiment nun vor allem um neue Brause-Produkte abseits des traditio­nellen Pulvers erweitert. Mit gefüllten Bonbons oder Fruchtgummi erfindet sich die Marke im Bereich der Süßwaren immer wieder neu und kann zum 90. Geburtstag 2015 auf eine aufregende Zeit zurückblicken. Aber natürlich ist noch lange nicht Schluss. Das Unternehmen arbeitet auch weiter an innovativen Produkten für die Marke und erweitert 2018 sein Sortiment um prickelnde Brause-Kaubonbons.

Den größten Schritt ist die Marke aber im Jahr 2017 gegangen: Gemeinsam mit dem Getränkehersteller Columbus Drinks brachte Katjes die Marke Ahoj-Brause vom Süßwaren- ins Getränkeregal: Ahoj-Brause „ready to drink“ in der Dose, auch in den vier klassischen Geschmacksrichtungen.

Schade, dass Goethe nicht mehr probieren kann, wie wunderbar „luftige Säure“ als Ahoj-Brause schmeckt. Der Klassiker Waldmeister hätte es ihm sicherlich angetan.