Logo DIE ZEIT Verlagsgruppe

ARBURG

Die Spritzgießmaschine

FIRMENNAME
ARBURG GmbH + Co KG

KLASSIKER
ALLROUNDER (seit 1961)
freeformer (seit 2013)

GRÜNDUNG
1923 in Loßburg

MITARBEITENDE
rund 3000 weltweit

VERTRIEB
in über 100 Ländern weltweit

HAUPTFERTIGUNGSSTÄTTE
Loßburg, Nordschwarzwald

Egal wohin man greift: Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass man ein Spritzgussteil aus Kunststoff in der Hand hat. Es fängt bei der Zahnbürste an, führt über den Deckel der Saftflasche, das Brillengestell und den Pkw-Türgriff bis zur Fußballschuhsohle. Und dass ARBURG, einer der Weltmarktführer für Spritz­gießmaschinen, daran mitgearbeitet hat, ist auch sehr wahrscheinlich.

Mehrere Tausend Patente hält das Unternehmen aus Loßburg und ist damit ein Hidden Champion. Dort im grünen Nordschwarzwald widmen sich 2400 Mitarbeitende der Herstellung von Maschinen, Robot-Systemen und Turnkey-Lösungen für die Fertigung von Kunststoffprodukten – ganz gemäß dem Markenversprechen: Wir sind da. Dabei entstand die Idee zum Firmennamen ARBURG gar nicht in der Heimat, sondern 1943 in der Normandie, wohin es Karl Hehl im Krieg verschlagen hatte. Aus dem Namen seines Vaters Arthur, der 1923 die Feingeräte-Fabrik Hehl gegründet hatte, und dem Standort Loßburg schmiedete er den Markennamen. Auch das bis heute verwendete Logo zeichnete er selbst – ein Stück deutsche Geschichte.

Mit Blitzlichtgeräten macht sich ARBURG ab 1950 einen Namen. Nicht nur die Deutschen wollen ihr Wirtschaftswunderleben in Bildern festhalten. Beim Transport nach Übersee gibt es Isolationsprobleme bei den Blitzlichtsteckern der Fotoapparate. Der Tüftler Karl Hehl kommt darauf, den Metallstecker mit Kunststoff zu umspritzen. Als er dann eine handbetriebene Spritzgießmaschine präsentiert, ist deren Siegeszug nicht mehr zu stoppen. Sein Bruder Eugen Hehl erkennt die Marktchancen und baut den internationalen Vertrieb auf. Schon 1961 setzt das Unternehmen mit der Entwicklung des ALLROUNDER Prinzips einen weiteren Meilenstein. Es ist die erste Maschine, die Spritzgussteile in verschiedenen Arbeitsstellungen herstellen kann. Auch die Verarbeitung mehrerer Komponenten wird möglich. Insbesondere die Automobilindustrie,aber auch die Unterhaltungselektronik sowie Verpackungs- und Medizintechnik profitieren von den neuartigen Fertigungsmöglichkeiten. Nach erfolgreichen Jahrzehnten im Spritzgießmaschinenbau wird 2013 als logische Konsequenz der freeformer vorgestellt, der die additive Fertigung revolutioniert: Erstmals lassen sich aus handels­üblichen Kunststoffgranulaten, die auch für das Spritzgießen eingesetzt werden, ohne Werkzeug nur auf Basis von 3D-Daten funktionsfähige Bauteile einzeln und in Kleinserie wirtschaftlich herstellen.

Zur Firmenphilosophie gehört der Grundsatz, trotz globaler Aktivitäten weiterhin alle Maschinen ausschließlich am Firmensitz in Loßburg zu produzieren. Das erklärt, warum das Mutterhaus die imposante Größe von 171 000 Quadratmetern hat, Tendenz steigend.

Wer hier seine Ausbildung beginnt oder als Experte ins Unternehmen einsteigt,kann sich sein Leben lang fachlich und persönlich weiterentwickeln. ARBURG schafft vielseitige Arbeitsplätze, ingesamt an 33 weiteren Standorten in 25 Ländern. Allen Mitarbeitenden steht die Welt offen, denn im Vertrieb, in der Beratung und im Service sind sie geschätzte Vertreter eines Innovationsleaders. Digitale Trans­for­mation, Industrie 4.0 oder Smart Production sind bei ARBURG keine Schlagworte, sondern gelebter Alltag. Seit Jahrzehnten treiben die Experten diese Themen als Branchenführer voran und bieten ihren Kunden zahlreiche digitale Produkte und Dienstleistungen.

Mit dem umfangreichen Knowhow im eigenen Haus, entwickelt und baut das Familienunternehmen auch die Maschinensteuerungen selbst und ist ganz nebenbei zu einem der größten Steuerungs­hersteller in Deutschland avanciert. So sorgte die zukunftsweisende GESTICA Steuerung auf der Weltleitmesse K 2016 für Aufsehen, weil sie der intuitiven Handhabung von Smartphones entspricht – auf einem Full-HD-Bildschirm. Mit 698 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2017 ist ARBURG ein sicherer, innovativer Arbeitgeber, der seinen Mitarbeitenden viel zu bieten hat. Lebenslanges Lernen und Teamwork werden hier besonders gefördert. Dass Familie und Freizeit nicht zurückstehen müssen, ist selbstverständlich. Denn dafür ist es viel zu schön in der Natur des Schwarzwaldes.