Logo DIE ZEIT Verlagsgruppe

B. Braun

Die Venenverweilkanüle

FIRMENNAME
B. Braun Melsungen AG

KLASSIKER
Braunüle

GRÜNDUNG
1839 in Melsungen

GRÜNDER
Julius Wilhelm Braun

MITARBEITENDE
62.000 weltweit

VERTRIEB
weltweit in 165 Ländern

Seit fast 180 Jahren ist es vor allem eins, was B. Braun täglich antreibt: die Gesundheit von Menschen zu schützen und zu verbessern.  

Im Austausch mit Ärzten, Pflegekräften, Patienten und Klinikmanagern erarbeitet B. Braun individuelle Lösungen für die Medizin, die sowohl Behandlungsqualität und Patientensicherheit erhöhen als auch wirtschaftliche Prozesse optimieren. Basierend auf dem zentralen Versprechen: Sharing Expertise.

Dieses Versprechen reicht weit zurück. Bereits im Jahr 1839 erwirbt Julius Wilhelm Braun mit 14.000 Talern Startkapital die Rosen-Apotheke in der nordhessischen Stadt Melsungen. Sein Ziel ist klar: Die Rosen-Apotheke soll zu etwas Größerem werden. 

Mit der Herstellung des ersten sterilen resorbierbaren Nahtmaterials im Jahr 1908 gelingt Carl Braun, dem Enkel des Unternehmensgründers, der entscheidende Schritt von der Apotheke zum Industrie­unternehmen. Dieser sollte nicht der letzte bleiben, denn viele Innovationen folgen: 1962 bringt B. Braun die erste Kunststoffkanüle als Einmalprodukt, die Braunüle, auf den Markt und schreibt so Medizintechnik-Geschichte. 

Mit dem medizinischen Fortschritt werden in den 1960er-Jahren Patienten zunehmend Flüssigkeiten intravenös verabreicht; die dafür notwendigen Venenzugänge bereiten Patienten und Klinikpersonal jedoch erhebliche Probleme.  Mit spitzen Stahlkanülen im Arm können sich die Patienten kaum bewegen, ohne schmerzhafte Verletzungen davonzutragen. Die Wende bringt Dr. Bernd Braun, wissenschaftlicher Leiter bei B. Braun von 1936 bis 1972, zusammen mit seinen Mitarbeitenden. Er hat die bahnbrechende Idee, die Stahlkanüle mit Kunststoff zu kombinieren: Nach dem Einstich entfernt das Krankenhauspersonal die Stahlkanüle; in der Vene verbleibt ein Kunststoff­röhrchen, über das die Flüssigkeit infundiert wird. Der Kunststoff ist so flexibel, dass der Patient sich schmerzfrei bewegen kann. Der Zugang kann in der Vene verbleiben, sodass für weitere Infusionen keine neuen Einstiche notwendig sind. 

Die Idee überzeugt und die Braunüle wird schnell zum Synonym für die Kunststoffvenenverweilkanüle. Seit mehr als 50 Jahren ist sie nun fester Bestandteil des klinischen Alltags und wird bis heute kontinuierlich weiterentwickelt. So verfügen die modernen Venenverweilkanülen über einen integrierten selbstauslösenden Sicherheitsmechanismus, der das Krankenhauspersonal vor Nadel­stich­verletzungen schützt. Mit dieser Weiterentwicklung hat B. Braun einen neuen Standard gesetzt.

Die Braunüle ist eine bedeutende Pionierleistung und eine beeindruckende Erfolgsstory. Mehr als 500 Millionen Stück produziert das Unternehmen heute jährlich. Die Braunüle ist damit einer der Klassiker des Konzerns. Sie zeigt, wie neue Standards unser Gesundheitssystem kontinuierlich revolutionieren.

Auch in den nächsten Jahrzehnten entwickelt sich das Familienunternehmen durch gute Ideen, wegwei­sende Innovationen und unternehmerische Verantwortung dynamisch weiter. Innerhalb weniger Jahrzehnte steigt die Zahl der Mitarbeitenden auf heute weltweit über 62.000 Beschäftigte in 64 Ländern. 

Mit einem Portfolio von insgesamt 5000 Produkten, die zu 95 Prozent in eigener Fertigung hergestellt und in 165 Ländern vertrieben werden, ist B. Braun einer der weltweit führenden Hersteller von Medizintechnik- und Pharmaprodukten sowie Anbieter medizinischer Leistungen. Mit Produkten und Produktsystemen für Anästhesie, Intensivmedizin, Kardiologie, extrakorporale Blutbehandlung oder Chirurgie bietet B. Braun effektive Lösungen für Kliniken, Arztpraxen und den Homecare-Bereich an. 

Unter den Top 20 der Branche ist B. Braun weiterhin global das einzige unabhängige Familien­unternehmen. Dabei geht es mit mutigen Ideen voraus und bleibt dennoch seinen Werten und seiner Tradition treu. Neben innovativen und nachhaltigen Lösungen für die Medizin setzt das Unternehmen auch neue Standards in Arbeitsphilosophie und -umgebung und schafft so neue Formen der Zusammenarbeit – Sharing Expertise ist somit ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur.