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BUGA

Die Bundesgartenschau

FIRMENNAME
Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH (DBG)

KLASSIKER
BUGA (seit 1951)

GRÜNDUNG
1993 in Bonn

GRÜNDER
Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG), Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL), Bund Deutscher Baumschulen e.V. (BdB)

VERTRIEB
deutschlandweit

Die Deutschen lieben nur Autos und Fußball? Stimmt nicht ganz. Sie begeistern sich genauso für Pflanzen, Blumen, Bäume und Sträucher. Deshalb haben sie vor rund 150 Jahren die erste Pflanzen­schau organisiert. Im September 1869 urteilten in Hamburg 200 Juroren über die pflanz­lichen Exponate von 420 Ausstellern aus aller Welt. Mit nach­haltiger Wirkung: Noch heute besteht das damalige Ausstellungs­gelände als Park und dient der Innenstadt Hamburgs als grüne Oase. Mit der ersten Schau war zugleich eine Idee geboren, die bis heute in Form der Bundes­gartenschau (BUGA) kontinuierlich weiter­entwickelt wird.

Seit 1951 hat die BUGA im Zwei-Jahres-Rhythmus dafür gesorgt, dass in zahlreichen Städten neue Parks in Verbindung mit Sportanlagen, Spielplätzen und Gärten entstanden sind. Im Rahmen der Bundes­garten­schau wurden sie der Bevölkerung vorgestellt und anschließend den Stadtbewohnern übergeben. Seither haben sie vielerorts auch mit den Begleit­investitionen das Stadtbild positiv beeinflusst. Dabei stellt jede Bundes­gartenschau für den Ausrichter eine gewaltige Aufgabe dar: Anlagen werden geplant, Nutzungs­konzepte zum Beispiel für Industrie- oder Militärbrachen entwickelt und umgesetzt, die Verkehrs­infrastruktur erneuert, Gebäude oder Brücken errichtet, historische Bauten restauriert: Der Aufwand ist in jeder Hinsicht enorm.

Aber er lohnt sich. Denn alle Ausrichter-Städte haben ihren Bürgern durch erweiterte Grünflächen, neue Wohnquartiere und ein verbessertes Stadtklima mehr Lebensqualität zu bieten. Auch eine spürbare Belebung von Wirtschaft und Tourismus lässt sich langfristig in BUGA-Städten feststellen. Dabei vergehen von der ersten Idee bis zur Eröffnung acht bis zehn Jahre.

Die Deutsche Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH (DBG) lizensiert und organisiert seit 1993 die Bundesgartenschau (BUGA) – sowie die Internationale Gartenbauausstellung (IGA). Mit der Vergabe an eine Stadt oder Region starten Ideenworkshops unter Beteiligung der Bevölkerung, bevor die profes­sionellen Bauwettbewerbe und der Bau beginnen. Im Anschluss folgt die Programm­gestaltung für die sechsmonatige Ausstel­lungszeit. Es gibt gärtnerische Wettbewerbe sowie zahlreiche Publikums- und Fachver­anstaltungen. Sie locken ein Millionen­publikum an. Beeindruckende Beispiele von nach­haltigen BUGA-Parks, die nach der Gartenschau das Bildungs- und Unterhaltungs­programm als „Kultur- und Gartensommer“ aufrechterhalten, gibt es genug: den Britzer Garten in Berlin, die Schlossparks in Schwerin und Koblenz, die Rheinaue in Bonn, den Grugapark in Essen – und über 30 weitere berühmte Stadtparks in Deutschland.

Mit den Bundesgartenschauen wird Zukunft gestaltet, häufig werden Orte mit industrieller Vergan­genheit wiederbelebt und zu attraktiven Begegnungs­stätten macht. Immer wieder überrascht die Bundes­gartenschau dabei mit neuen Konzepten: So stand 2015 erstmals eine gesamte Region im Mittelpunkt des Interesses. Fünf Städte in zwei Bundesländern präsentierten sich unter dem Motto „Fünf sind eins. Deins.“ entlang der Havel: Rathenow, Brandenburg an der Havel, Premnitz, Havelberg und Amt Rhinow/Stölln. Hier wurden nicht nur die Standorte saniert, sondern es ist eine ganze Region in den touristischen Fokus von Natur­liebhabern, Radfahrern und Wassersportlern gerückt.

Auch künftig wird die Bundesgartenschau wichtige Akzente in der integrierten Stadt- und Regional­planung setzen. Das zeichnet sich bereits in den Vorbereitungen für die nächsten Highlights ab: Für die BUGA Heilbronn 2019 wurde eine Gartenschau mit einer integrierten Stadt­ausstellung geplant, die eine ehemalige Bahnbrache in das neue Wohnquartier Neckarbogen verwandelt. Dagegen knüpft man in Erfurt 2021 und Mannheim 2023 an alte BUGATraditionen an: Entlang der Gera verbinden restaurierte und neue Grünflächen die Stadtquartiere bis in den Norden. Und auf einem Kasernen­gelände entsteht in Mannheim bis 2023 ein ganz neues Wohnquartier mit zukunftsweisenden Freizeit- und Erholungs­flächen. Denn so sehr die meisten Deutschen ihre Autos lieben – genauso gern wollen sie im Grünen Fußball spielen.