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Faber-Castell

Der Bleistift

FIRMENNAME
Faber-Castell AG

KLASSIKER
Bleistift Castell (seit 1905)

GRÜNDUNG
1761 in Stein bei Nürnberg

GRÜNDER
Kaspar Faber (1730 – 1784)

MITARBEITENDE
ca. 7000 (weltweit)

VERTRIEB
in über 120 Ländern (weltweit)

Bis heute ist der Bleistift das wirtschaftlichste Schreibgerät der Welt – und erscheint zeitlos. Trotz fort­schrei­tender Computerisierung behauptet er seinen Platz neben Mauspad und Drucker als Werk­zeug für schnelle Korrek­turen, aber auch als Gedanken­stütze und kreatives Hilfsmittel für Skizzen und Notizen.

Im 17. Jahrhundert findet sich die Berufs­bezeichnung Bleystefftmacher erstmals urkundlich belegt. Die ent­schei­denden Impulse aber empfing die Bleistift­herstellung durch den Freiherrn und Reichsrat Lothar von Faber, der 1839 in Stein bei Nürnberg die Bleistift­firma A. W. Faber (gegründet 1761) in vierter Generation übernahm. Durch die Einführung rationeller und moderner Fertigungs­techniken und durch die Sicherung erstklassiger Rohstoffe ermöglichte Lothar von Faber die industrielle Her­stel­lung von Bleistiften im großen Stil.

Um den Absatz seiner Produkte sicherzustellen, legte Faber schon damals Maßstäbe fest, die nach und nach von allen Bleistiftherstellern der Welt übernommen wurden. Die sechseckige Form des Stifts gilt als seine Idee, ebenso die Schaffung der heute noch gültigen Härtegradskala. Faber-(Castell-)Bleistifte zählen zu den ersten Markenartikeln der Welt. Mit dem Namen A. W. Faber kennzeichnete Lothar von Faber sie als Erster mit einem Gütesiegel. Um sich vor Fälschungen zu schützen, reichte er beim Deutschen Reichstag 1874 die Petition „zur Schaffung eines Markenschutzgesetzes“ ein. Dieses Gesetz trat ein Jahr später in Kraft.

1898 heiratete Lothar von Fabers Enkelin Ottilie den Grafen Alexander zu Castell-Rüdenhausen. Durch diese Vermählung entstand der Name Faber-Castell. Der typisch grüne CASTELL 9000 wurde 1905 geschaffen und ist bis heute in seinem Erscheinungsbild legendär auf dem Weltmarkt. Für das Spitzenprodukt wurde damals das Motiv der beiden kämpfenden Bleistift-Ritter gewählt.

Rund 100 Jahre nach Einführung des CASTELL 9000 zeigt der silberfarbene GRIP 2001, dass auch beim Bleistift immer noch Verbesserungen möglich sind: Ergonomische Form (Dreikant), rutschfeste Noppen­griff­zone aus Wasserlack – entscheidend sind Ideen, die einen konkreten Nutzen mit guter Form­gestaltung verbinden. Allein im Jahr 2000 wurde der Stift mit vier internationalen Design-Preisen ausgezeichnet, bevor er seinen weltweiten Siegeszug antrat.

Die Faber-Castell Unternehmens­gruppe gilt heute als der älteste und weltgrößte Hersteller von holz­gefassten Stiften. Mit einer Fertigungs­kapazität von mehr als 2 Milliarden Stück stellen Blei- und Farbstifte die Kernkompetenz des Unternehmens dar, das darüber hinaus hochwertige Produkte zum Schreiben, Zeichnen und kreativen Gestalten in zahlreichen Fertigungs­stätten rund um den Globus produziert.

Neben der Wirtschaftlichkeit steht für Faber-Castell auch die soziale und ökologische Verant­wortung im Vordergrund. Seit weit über 20 Jahren engagiert sich das Unternehmen im Bereich der nachhaltigen Forstwirtschaft und sorgt mit 10.000 Hektar Kiefern­forsten im Südosten Brasiliens für ständig nach­wachs­ende Rohstoff­quellen in der Bleistift­produktion. Der Forest Stewardship Council bescheinigt dem deutschen Mittel­ständler somit eine „umwelt­schonende, sozial faire und nachhaltige Wald­wirt­schaft.“ Das führt dazu, dass die Produktions­stätten de facto CO2-neutral sind – so ein Gutachten des TÜV Rheinland.

Auch gilt das Unternehmen als weltweit erster Hersteller der Branche, der systematisch Lacke auf Wasser­basis für seine Blei­stift­produktion einsetzt. Mit diesem umwelt­gerechten Produktions­verfahren leistet es einen Beitrag zur Sicherung der eigenen Zukunfts­ressourcen.

Eine Pionier­leistung erbrachte Faber-Castell auch mit der Ratifi­zierung einer Sozial­charta, die in enger Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft IG Metall erarbeitet wurde. Sie gilt weltweit in allen Werken und garantiert die Einhaltung der Beschäf­tigungs- und Arbeits­bedingungen, wie sie von der Internationalen Arbeits­organisation gefordert werden.

Diese umfassende Verantwortung für Umwelt und Mitarbeiter ist Teil einer tradierten Unter­nehmens­kultur, die unter anderem auf höchste Qualität, Nach­haltigkeit und Innova­tionskraft Wert legt.