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Hahnemühle

Das Feinstpapier

FIRMENNAME
Hahnemühle FineArt GmbH

KLASSIKER
Photo Rag® und Echt-Bütten Aquarellpapiere

GRÜNDUNG
1584 in Dassel

VERTRIEB
weltweit

HAUPTFERTIGUNGSSTÄTTE
Dassel und Einbeck, Deutschland

„Tradition“ schreiben sich viele Unternehmen auf die Fahnen. Doch kaum ein Unter­nehmen vermag dieses Signet der Bestän­digkeit, Erfah­rung und Quali­tät so sehr mit Berech­tigung zu tragen wie die Firma Hahnemühle. Denn der Papier­hersteller aus dem nieder­sächsischen Dassel kann sich auf das Grün­dungs­jahr 1584 berufen. Seit weit über 400 Jahren wird hier am Fuß des Mittel­gebirges Solling Papier hergestellt, zu unter­schied­lichsten Zwecken, aber stets mit höchstem Anspruch.

Natürlich haben sich seit dem 16. Jahrhundert viele Fer­tigungs­metho­den und Produkte geändert. Waren es zu Beginn hand­geschöpfte Schreib­papiere, kamen später Künstler­papiere und in jüngerer Zeit die von Hahnemühle erfundenen digital bedruck­baren FineArt Inkjet-Papiere hinzu. Die tradi­tionellen Künstler­papiere werden nach wie vor auf der Grundlage alter Rezep­turen aus hoch­wertigen Zell­stoffen und reinem Quell­wasser herge­stellt. Parallel dazu gibt es aber auch High­tech-Pro­dukte speziell für die Industrie. Diese Hahnemühle-Papiere werden in Fer­tigungs­prozessen sowie in For­schungs­laboren verwendet, zum Beispiel als hoch­reine Hilfs­mittel für die Filtration und Separation. So sind die Papier­techno­logen der Hahnemühle verlässliche Partner von Künstlern, Technikern und auch Wis­sen­­schaft­lern. Sie fertigen genau nach den Ansprüchen der Kunden, verbessern ständig die Papiere ge­mein­sam mit ihnen und entwickeln Produkte für neue Markt­segmente. Die Devise ist dabei stets „Klasse statt Masse“: Bei der Papier­ferti­gung defi­niert sich die Hahnemühle eher als Manu­faktur denn als Fabrik.

Seinen Anfang nahm das Unter­nehmen am 27. Februar 1584, als der Herzog von Braunschweig dem Papier­macher Merten Spieß das Recht zur Errich­tung einer Papier­mühle zugestand. Ursprünglich „Reylingehäusische Papiermühle“ benannt, blieb die Mühle 185 Jahre im Familien­besitz. Bis zum Ende des 19. Jahr­hunderts war sie ein Hersteller von hand­geschöpften Papieren und beschäftigte weniger als 15 Mitarbeitende. Ihre Haupt­pro­dukte waren feinste Schreib- und Doku­menten­papiere, die in vier Handschöpf­bütten für die Papier­produktion hergestellt wurden. Zu ihrem heutigen Namen kam sie erst im Jahr 1886, als Carl Hahne den Betrieb kaufte und ihm den bis heute wohl­klingenden Namen „Büttenpapierfabrik Hahnemühle“ gab. Unter Hahnes Ägide begann die Produk­tion von hoch­reinen Filter­papieren für analytische Labor­untersuchungen. Die Hahnemühle wuchs – bis zum Jahr 1920 wurden 120 Mitar­beitende beschäftigt. In den 1920er-Jahren nahm vor allem die Künstler­papier­produktion zu, und die Industri­alisierung hielt bei Hahnemühle Einzug. Die erste Rundsieb­papier­maschine wurde installiert, und eine Langsieb­papier­maschine folgte. Trotz der zuneh­menden maschi­nellen Pro­duktion wurden bis 1960 einige hoch­wertige Papiere komplett von Hand gefertigt. Auch ent­stan­den immer wieder weg­weisende Innovationen: Etwa entwickelte Hahnemühle in den 1970ern das erste säurefreie und damit höchst alterungs­beständige Papier, das maschinell gefertigt werden konnte. 1997 stellte man die ersten Digital FineArt-Papiere vor, für die echte Künstler­papiere mit einer Pre­mium-Beschichtung für den Tinten­strahl­druck veredelt wurden. Deren Ober­flächen­vielfalt, Haptik von Echt-Bütten- und Baumwoll­papieren sowie konserva­torischen Eigen­schaften sind mehrfach in­ter­na­tio­nal prämiert worden, unter anderem durch die Branchen­verbände TIPA, BIPP oder American Photo. Auch genügen diese Papiere den Anforderungen von Museen und Galerien nach der Norm ISO 9706.

Im Bereich der digitalen Inkjet-Papiere für hochwertige Kunst­repro­duktionen und Foto­grafie ist Hahnemühle Weltmarkt­führer. Bewundern kann man die Produkte unter anderem in der Albertina, in der ein Faksimiledruck von Albrecht Dürers berühmtem Feldhasen auf Hahnemühle-Papier ausgestellt ist.

Heute beschäftigt die Hahnemühle weltweit rund 200 Mitar­beitende und hat Tochter­firmen in Groß­britannien, Frankreich, den USA und China. Sie ist eine der ältesten Papier­fabriken der Welt und produziert seit über 430 Jahren am selben Standort – mit höchster Qualität und großem Inno­vations­geist, geschöpft aus gelebter Tradition.