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Hansaplast

Das Pflaster

FIRMENNAME
Beiersdorf AG

KLASSIKER
Hansaplast (seit 1922)

ERFINDER
Oscar Troplowitz (1863–1918)

GRÜNDUNG
1882 in Hamburg

BEKANNTHEIT
98 % (gestützt, in Deutschland)

MITARBEITENDE
rund 19.000 (weltweit, 2017)

Hansaplast ist in Deutschland ein Synonym für Pflaster. Seit über 95 Jahren klebt es auf Kinder­knien, kommt als Reise­begleiter mit auf große und kleine Touren und fehlt in keiner Haus­apotheke. Bereits 1935 machte die Marke in Hör­funkspots auf sich aufmerksam. „Jederzeit hab’ zur Hand: Hansa­plast Schnell­verband!“ lautete der ein­präg­same Slogan. Getextet wurde er übrigens von Elly Heuss-Knapp, der Ehefrau des späteren Bundes­präsi­denten Theodor Heuss.

Seit der Einführung von Hansaplast im Jahre 1922 wurden rund 18 Milliarden Meter Pflaster produziert. Dies entspricht einer Länge, mit der sich mehr als 458 Mal die Erde umspannen ließe. Rund 50 Zenti­meter pro Jahr verbraucht jeder Bundes­bürger im Durch­schnitt. So ist es kein Wunder, dass der hohe Nutzen und die erfolg­reiche Etablie­rung der Marke zu einer Be­kannt­heit von 98 Prozent in Deutschland führen. Angefangen hat diese Erfolgs­ge­schichte mit den Forschungen des Ham­burger Apothekers Paul Carl Beiersdorf. Aus dem Milch­saft einer malaiischen Baumart entwickelt Beiersdorf 1882 das erste gestrichene Pflaster und lässt seine Erfindung patentieren. Das Guttaplast-Pflaster wird von Beiersdorf mit unter­schied­lichen medi­zinisch wirk­samen Zusätzen versehen und findet aufgrund seiner einfachen Anwend­barkeit reißenden Absatz.

Bereits 1890 wird Dr. Oscar Troplowitz der neue Eigen­tümer des Unter­nehmens. Sein Anliegen ist es, eine noch haut­ver­träg­lichere Alter­native für das von Beiersdorf ent­wickelte Klebe­mate­rial aus Natur­harz zu finden. Gut ein Jahr­zehnt später gelingt es Troplowitz, ein Produkt herzu­stellen, das sich durch ein ausge­wogenes Ver­hältnis aus Haft­fähig­keit, Halt­barkeit und Haut­ver­träg­lichkeit auszeichnet. Aus Kautschuk und einer weißen Zinkoxyd-Pulver­be­schich­tung entsteht eine neue Pflaster-Gene­ration, die nach den grie­chischen Be­zeich­nungen für „weiß“ und „geformt“ den Namen Leukoplast erhält. Das neu entwick­elte reiz­freie Produkt wird inner­halb weniger Jahre weltweit mit Pro­duk­tions­stätten und Han­dels­­ver­tretungen in Süd- und Mittel­amerika, den USA, Russland und Australien sowie in mehreren euro­päischen Ländern erfolg­reich ver­marktet. Doch erst vier Jahre nach dem Tod von Oscar Troplowitz im Jahr 1918 gelingt es, ein Leukoplast-Pflaster mit einer saug­fähigen Mull­auflage für die Versorgung von offenen Wunden zu versehen und zur Serien­reife zu bringen. 1922 kommt Hansaplast auf den Markt und wird zum unent­behr­lichen Helfer in der all­täg­lichen Wund­ver­sorgung.

Die ersten Versuche Beiersdorfs in seiner Hamburger Apotheke markieren zugleich den Beginn eines heute welt­um­span­nenden Kon­zerns, der neben Hansaplast so bekannte Marken wie NIVEA, Labello, 8 x 4 und Eucerin in seinem Port­folio führt. Der „Urahn“, das klassische braune Pflaster mit den mar­kanten Punk­ten, hat im Lauf der vergangenen Jahrzehnte viele „Enkel“ bekommen, die unter­schied­lichen Be­dürf­­nissen gerecht werden. Dazu gehören neben den klas­sischen Uni­versal-Pflastern wasser­feste und sterile Pflaster, Pro­dukte mit anti­bak­teri­ellem Silber, spezielle Pflaster zur Narben­reduktion, Sprüh­pflas­ter oder beliebte Kinder­pflaster mit Disney-Motiven. Mit der Kombi­nation eines Wund­sprays zur Rei­ni­gung von kleinen Alltags­wunden und einer Wund­heil­salbe, die die Heilung durch einen atmungs­aktiven Schutz­film unter­stützt und beschleunigt, bietet Hansaplast eine ganz­heitliche Wund­versorgung in drei einfachen Schritten (Reinigen - Schützen - Heilen) an. Fuß­pflaster, Kompressen und Bandagen er­gän­zen das Angebot der bekannten Pflaster­marke. Doch Hansaplast ist mehr als nur Wund­­ver­sor­gung: Auch Produkte zur Fuß­pflege, Gelenk­bandagen, Gehör­schutz­hilfen sowie ABC Wärme-Pflaster und -Creme gegen Rücken­schmerzen oder Ver­spannungen runden das Portfolio ab.

Das Wissen um Ver­braucher­wünsche ver­bindet sich mit der über 95 Jahre gewachsenen Expertise von Forschern und Ent­wick­lern, die sich mit der mensch­lichen Haut, Wund­heilung und Wirk­stoffen ebenso aus­kennen wie mit haut­freund­licher Klebe­techno­logie. Alle Produkte der inter­nationalen Marken­fa­mi­lie unter­liegen strengen Anfor­derungen und durch­laufen zahl­reiche Tests, bevor ihnen das Logo der bekannten Pflaster-Marke Hansaplast verliehen wird.