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Heraeus

Der Technologiekonzern

FIRMENNAME
Heraeus Holding GmbH

KLASSIKER
Erste deutsche Platinschmelze (seit 1856)

GRÜNDUNG
1851 in Hanau

GRÜNDER
Wilhelm Carl Heraeus (1827-1904)

MITARBEITENDE
13.000 (2017)

JAHRESUMSATZ
21,8 Mrd. Euro (weltweit, 2017)

Der Technologie­konzern Heraeus mit Sitz in Hanau ist ein weltweit führendes Portfolio­unter­nehmen in Familien­besitz. Die Wurzeln des 1851 gegründeten Unter­nehmens reichen zurück auf eine seit 1660 von der Familie betriebene Apotheke. Heraeus bündelt heute eine Vielzahl von Geschäften in den Feldern Umwelt, Energie, Elektronik, Gesundheit, Mobilität und industrielle Anwendungen.

Das Produkt­port­folio reicht von Komponenten bis zu abgestimmten Material­systemen, die Verwendung in viel­fältigen Industrien finden. So produziert Heraeus aus Quarzglas unter anderem Vorprodukte für Glas­faser­kabel, die weltweit zur Datenübertragung von Internet­infor­mationen eingesetzt werden.

Hohe Kompetenz beweist Heraeus im Umgang mit Edel- und Sonder­metallen. Das Unter­nehmen bearbeitet Edel­metalle wie Platin, Gold, Silber, Palladium sowie Rhodium und hoch­schmelzende Sonder­metalle wie Tantal oder Niob – unver­zichtbar für Industrie- und Medizin­produkte. Durch die Übernahmen der Schweizer Edel­metall­raffinerie Argor-Heraeus ist Heraeus seit 2017 der weltweit größte Anbieter von Edel­metall­dienst­leistungen.

Darüber hinaus zählt Heraeus zu den führenden Herstellern von Spezial­lampen und Modulen im Wellen­längen­bereich von Ultra­violett bis Infrarot. Der Techno­logie­konzern ist zudem weltweit renom­miert als Hersteller von medizi­nischen Produkten für die chirurgische Orthopädie und Trauma­tologie und gilt als Experte für Sensoren zur Messung der Temperatur und chemischen Zusammen­setzung in flüssigem Eisen, Stahl und Aluminium. Als führender Her­steller von Silber­metall­isierungs­pasten für die Photo­voltaik­industrie ermöglicht Heraeus Fortschritte bei der Versorgung der Menschen mit sauberer und nachhaltiger Energie.

Die Erfolgs­geschichte des Unternehmens begann, als es 1856 Wilhelm Carl Heraeus, Inhaber der Hanauer Einhorn-Apotheke, erstmals gelang, Platin zu schmelzen und industriell verwertbar zu machen. Mit der Gründung der „Ersten Deutschen Platinschmelze W.C. Heraeus“ legte er auch den Grundstein für zwei Kern­kompetenzen, die den Konzern bis heute prägen: eine einzig­artige Kom­bi­nation aus Material­expertise und Techno­logie-Know-how.

Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte das Unternehmen ein Verfahren zum Schmelzen von Berg­kristallen im Knall­gas­gebläse, mit dem die Her­stellung von höchst­reinem Quarzglas ermöglicht wurde. Für die optische Industrie wurden Platten, Prismen und Linsen hergestellt. Im Auftrag der NASA pro­du­zierte Heraeus in den 60er-Jahren Tripelprismen für einen Laser­reflektor, den die Apollo-11-Mission mit auf den Mond nahm. Der Reflektor dient bis heute zur genauen Bestimmung des Abstandes zwischen Erde und Mond.

Neue Impulse für innovative Entwicklungen kamen und kommen bei Heraeus stets aus den eigenen Forschungs­laboren. Innovationen sind wichtige Voraussetzungen für die Weiter­entwick­lung des Unternehmens. Sie dienen der Gestaltung von Zukunfts­techno­logien. Das neue Inno­vations­zentrum fiftyONE am Firmensitz in Hanau, führt die Aktivitäten in Forschung und Ent­wicklung noch stärker zusammen. Es ist ein Ort, der Menschen miteinander vernetzt, an dem Neues entsteht, der Wissen digitalisiert, und der die Kunden in den Mittel­punkt rückt. Ein Ort, der die Perspektive erweitert, ganz nach dem Motto „Open Space. For Open Minds“.

Einen Schwerpunkt legt Heraeus zum Beispiel auf die Entwick­lung von Komponenten für die Leistungs­elektronik von Touchscreens für die Kon­sumenten­elektronik; und auf den Einsatz von Metall­pulvern für den 3D-Druck, die zum Beispiel im Bereich Automotive, der Medizin­technik oder in der Luft- und Raum­fahrt­­indus­trie eingesetzt werden. So könnten zukünftig Satelliten durch den Weltraum kreisen, die durch 3D-gedruckte Steuerdüsen in die richtige Umlaufbahn manövriert werden. Das druckfähige Edelmetall­pulver dafür hat Heraeus hergestellt.

Im Geschäfts­jahr 2017 erzielte Heraeus einen Gesamt­umsatz von 21,8 Milliarden Euro. Das im FORTUNE Global 500 gelistete Unternehmen beschäftigt rund 13.000 Mitarbei­tende in 40 Ländern und nimmt eine führende Position auf seinen globalen Absatzmärkten ein.