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Hotel Adlon Kempinski

Das Grandhotel

FIRMENNAME
Hotel Adlon Kempinski

KLASSIKER
Grandhotel (seit 1907)

GRÜNDUNG
1897 (Kempinski)
1907 (Hotel Adlon)
1997 (Neueröffnung Hotel Adlon Kempinski)

GRÜNDER
Lorenz Adlon (1849 – 1921)

ZIMMERANZAHL
385 inkl. 78 Suiten

Hinter der imposanten Fassade offenbart sich den Gästen die glanzvolle Lobby eines Grandhotels. Seit einer Sechs-Millionen-Euro-Renovierung erstrahlt auch der Elefantenbrunnen von 1930, ein Geschenk des Maharadschas von Patiala, wieder in schönstem Licht. Wie schon im historischen Adlon leuchten die gewölbten Kassettendecken und das Mosaik der großen Glaskuppel über der Beletage in Gold und Royalblau. Der weltweit gerühmte Glanz des Hotel Adlon reicht bis ins 21. Jahrhundert. Denn gerade erst wurde auch Berlins traditionsreichster Ballsaal nach einer aufwendigen Umgestaltung wieder eröffnet. Der 500 Quadratmeter große Raum bietet Veranstaltern von Bällen, Konferenzen und Diners den idealen Rahmen für hochkarätige Events. Mit opulenten Kronleuchtern aus Murano-Glas, weichen Teppichen in Parkett-Anmutung wie im Schloss Versailles und riesigen Spiegeln aus der französischen Manufaktur „Verre D’Or“ kann sich der neue Ballsaal mit seiner Vorgängerlegende messen.

Die Geschichte des ersten Adlon beginnt mit dem geschäftlichen Aufstieg von Lorenz Adlon. Der gelernte Tischler hatte sich als Gastronom in Berlin einen großen Namen gemacht. Das gewonnene Kapital investierte er in sein Lebenswerk – das Hotel Adlon. Knapp zwei Jahre und 20 Millionen Goldmark benötigten die Architekten Carl Gause und Robert Leibniz, um direkt am Brandenburger Tor eines der schönsten und modernsten Hotels ihrer Zeit zu errichten. Schon unmittelbar nach der Eröffnung durch Kaiser Wilhelm II. am 23. Oktober 1907 war das Adlon in aller Munde. Es bildete den Rahmen für das mondäne kosmopolitische Leben. Luxus, der bis dahin nur Fürsten vorbehalten war, wurde der bürgerlichen Welt zugänglich gemacht. 1921 übernahm Lorenz Adlons Sohn Louis die Leitung des Hotelbetriebs. Unter seiner Führung wurde das Adlon mehr und mehr zu einem beliebten Treffpunkt von Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft. Das Hotel beherbergte Künstler wie Thomas Mann, Enrico Caruso und Greta Garbo, Staatsmänner wie Theodore Roosevelt, Friedrich Ebert, Aristide Briand und Zar Nikolaus II. oder die Wirtschaftsführer Henry Ford und David Rockefeller. Dabei war das Hotel nicht nur Bühne des Sehens und Gesehenwerdens. Es war auch neutrales Terrain, auf dem die Vertreter der Nationen ihre politischen Ansichten austauschten. Vor und während des Zweiten Weltkriegs entwickelte sich das Adlon so zur „kleinen Schweiz“ innerhalb Berlins. Der Krieg selbst ging fast spurlos am Haus vorbei, bis man darin im April 1945 ein Lazarett errichtete. Beinahe hätte das Adlon den Krieg gänzlich unbeschadet überstanden, wenn nicht ein Brand in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 1945 den Prachtbau bis auf einen Seitenflügel zerstört hätte. Nach dem Krieg folgte der stückweise Niedergang des Gebäudes. Für den Fall, dass jemals die Möglichkeit bestünde, das Hotel wieder aufzubauen, übertrug die Witwe von Louis Adlon das Ankaufsrecht für das Grundstück der Kempinski Hotelbetriebsgesellschaft. Denn eines war ihr klar: Ein neues Adlon sollte es an keiner anderen Stelle als unmittelbar gegenüber dem Brandenburger Tor geben.

Als dann am 9. November 1989 die Mauer fiel, stand der Umsetzung dieser Vision nichts mehr im Weg. Um das Wiederaufbauvorhaben finanzieren zu können, verkaufte Kempinski das Projekt an die Fundus-Gruppe unter der Leitung von Anno August Jagdfeld und erhielt im Gegenzug einen langfristigen Pachtvertrag. Am 23. August 1997 war es so weit: Bundespräsident Roman Herzog weihte das neu errichtete Hotel Adlon ein. Mit seinen 307 Zimmern und 78 Suiten heißt es wieder einen internationalen Gästekreis willkommen. Drei Restaurants, darunter das mit zwei Michelin-Sternen gekrönte Lorenz Adlon Esszimmer, zwei Bars, sowie der prachtvolle Spa- und Wellnessbereich sorgen dafür, dass kein Wunsch offenbleibt.

Die illustre Gästeliste bestätigt den großen Erfolg – und das hohe Ansehen des Adlon. Ob Michael Gorbatschow, Queen Elizabeth II., der Dalai Lama, Dustin Hoffman, Michael Jackson oder Tina Turner: Sie und andere Weltstars konnten einen legendären Ausspruch des Maharadscha von Patiala bestätigen. Dieser hatte in den 1920er Jahren nach seinem Besuch erklärt: „Wer das Adlon nicht kennt, kennt Deutschland nicht.“