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Kienbaum

Das Beratungshaus

FIRMENNAME
Kienbaum Consultants International GmbH

KLASSIKER
Beratung

GRÜNDUNG
1945

GRÜNDER
Gerhard Kienbaum

MITARBEITENDE
590 weltweit

JAHRESUMSATZ
100 Mio. Euro weltweit

Für die Gründung vieler großer Unter­nehmen brauchte es am Anfang nicht viel: Eine gute Idee zur richtigen Zeit, ein großer Wille und viel Leiden­schaft, um diese durch­zusetzen; und in Gerhard Kienbaums Fall auch ein Fahrrad. Die richtige Zeit war das Jahr 1945, als die deutsche Unter­nehmens­landschaft in Trümmern lag und die Firmen versuchten, sich neu zu formieren. Die gute Idee war, sie dabei als beratender Dienst­leister zu unter­stützen. Und das Fahrrad brauchte der 26-jährige Diplom-Ingenieur, um seine Kunden in der Region Gummersbach zu besuchen. Mit dem am 15. Oktober gegründeten Büro für „Technische Beratung, Übersetzungen und Vertretungen“ hatte Kienbaum die erste deutsche Unter­nehmens­beratung erfunden.

Anfänglich waren es vor allem Unternehmen im oberbergischen Land, die der Firmen­gründer beriet. Doch innerhalb der kommenden zehn Jahre wuchs sein Büro zu einer Firmen­gruppe für Planung, Beratung und Betriebs­führung – und damit auch die Reichweite. Heute unterhält Kienbaum neben seinem Haupt­sitz in Köln allein in Deutschland zehn weitere Standorte. Elf Büros von Amsterdam bis Zürich sorgen für das Europa­geschäft, fünf sind in Nord- und Südamerika zu finden und vier in Asien. Aus der ältesten Unter­nehmens­beratung Deutschlands ist ein Global Player mit rund 600 Mitarbeitern und einem Jahres­umsatz von rund 100 Millionen Euro geworden.

Dabei stand personelle Kontinuität stets oben auf der Agenda des Unternehmens. Gerhard Kienbaum, der nicht nur die Firma führte, sondern auch politisch aktiv war und es in den 60er-Jahren bis zum Wirtschaftsminister von Nordrhein-Westfalen gebracht hat, leitete sein Unternehmen bis 1986. 

Dann übernahm sein Sohn Jochen Kienbaum, ein studierter Wirt­schafts­wissen­schaftler, der bald zum Pionier der Personal­beratung in Deutschland wurde und das Unternehmen für die nächsten rund 30 Jahre prägte. Seit Anfang 2018 ist bei Kienbaum die dritte Generation am Ruder. Nach einer Über­gangs­phase mit zwei „Co-CEOs“ ist seitdem Jochen Kienbaums Sohn Fabian Chef des Unternehmens – und firmiert unter der Job-Bezeichnung „Chief Empowerment Officer“.

Der Absolvent der renommierten Wirt­schafts­hochschule ESCP Europe in Paris führt den Wandel des Beratungs­unter­nehmens fort, der derzeit von den Kernthemen digitale Transformation und New Work geprägt ist. So investiert Kienbaum mit der eigenen Beteiligungs­gesell­schaft Highland Pine Investment unter anderem in zukunfts­gerichtete technologische Platt­form­modelle. Sie sind mit dem Kienbaum-Beratungs­geschäft rund um Personal- und Orga­nisations­themen assoziiert und stärken damit Kienbaums Digital­portfolio als innovatives Beratungs­haus weiter. Auch bei internen Kultur­themen setzt Fabian Kienbaum neue Akzente, etwa wenn es um Diversität und Vielfalt geht – oder um die Förderung von Frauen in der männer­dominierten Beratungs­branche.

Die Bedeutung des Kernthemas New Work lässt sich auch räumlich erkennen. So entschloss sich Kienbaum zur Verlegung seines Hauptsitzes nach Köln, wo ein modernes neues Gebäude – fir­men­intern liebevoll „Raumschiff“ genannt – innovative offene Büro- und Arbeits­land­schaften bietet. Die Zukunft der neuen Arbeit liegt in Flächen, die kommunikativ und individuell nutzbar sind; und die mit so genannten tätig­keits­bezogenen Heimathäfen organisatorisch und infra­strukturell dem Zeitgeist entsprechen.

Kommuni­kation und Indivi­dualität stehen auch bei Kienbaums Förderung von kreativen Köpfen im Fokus. So ermöglicht es das Unternehmen seit 2007 ausgewählten Kunst­schaffenden, sich in der Künstler­buch-Reihe Kienbaum Artists’ Books mit einem „Kunstwerk in Buchform“ zu präsentieren. Für weitere Förder­aktivi­täten gibt es die 1994 gegründete „Gerhard und Lore Kienbaum Stiftung“, die sich die Förderung von Wissenschaft – insbesondere der Wirt­schafts­wissen­schaften, der Bildung und des Sports – auf die Fahnen geschrieben hat. Auch in diesem Engagement lässt sich eine tiefe Überzeugung erkennen: Unter­neh­merischer Erfolg ist immer mit dem einzelnen Menschen verbunden. Das hatte schon der junge Gerhard Kienbaum begriffen, als er sich damals allmorgend­lich aufs Fahrrad schwang.