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Märklin

Die Modelleisenbahn

FIRMENNAME
Gebr. Märklin & Cie. GmbH

KLASSIKER
Modelleisenbahnen und Kinderspielzeug (seit 1859)

GRÜNDER UND ERFINDER
Theodor Friedrich Wilhelm Märklin

MITARBEITENDE
1104 (2018)

FERTIGUNGSSTÄTTEN
Göppingen/Deutschland und Györ/Ungarn

Wer an Modell­eisen­bahnen denkt, dem kommt sofort Märklin in den Sinn. Diese Marke verbindet Gene­rationen, denn sie sorgt nicht nur bei kleinen Buben für strahlende Augen. Auch die Väter und Großväter erinnern sich an glückliche Stunden unter dem Weih­nachts­baum. So manche Familie hat dies im Fotoalbum festgehalten. Vor 100 Jahren wurde der Marken­name eingetragen, doch die Firma gibt es schon länger, seit 1859. In Göppingen fertigte Theodor Friedrich Wilhelm Märklin Kinder­spiel­zeug aus Blech: Puppen­küchen, Modell­schiffe und bald auch Eisen­bahnen. Die erste Modell­eisen­bahn, die ange­trieben von einem Uhrwerk auf einer Schienen­anlage fuhr, stellten seine Söhne 1891 vor. 

Ob der E-Lok-Klassiker Krokodil oder ein ICE-Modell: Märklin bedient zugleich die Sehn­sucht nach der guten alten Zeit und die Faszi­nation am tech­nischen Fort­schritt – bei Groß und Klein. Den Kontakt zu den alters­mäßig so unter­schied­lichen Kunden­gruppen hält Märklin auch mit einer erfolg­reichen Mar­ken­strategie. Seit 2014 spricht Märklin mit drei Segmenten seine Kunden differenziert an. Kinder von drei bis sechs Jahren können alters­gerecht mit Märklin my world und batterie­betrie­benen Eisen­bahnen erste Erfah­rungen sammeln. An Kinder ab sechs Jahren richtet sich Märklin start up. Das ist der Einstieg in strom­betriebene Modell­eisenbahnen, die voll­ständig kompatibel sind mit dem 1935 einge­führten Märklin Klassiker: mit den Eisen­bahn­welten im Maßstab H0. An Profis und Sammler im Er­wachs­enen­alter richten sich die strom­betriebenen Modelle mit ihren viel­fältigen Funktionen unter dem zusatzlosen Namen Märklin. 

70.000 treue Kunden sind in den Märklin Clubs organisiert, die mit vielen Extras für Märklin und die Schwester­marken Trix und LGB den Spaß noch erhöhen. Eine Märklin Modell­eisen­bahn wächst mit ihrem Besitzer mit. Das ist wohl einer der Gründe für die hohe Bekannt­heit der Marke. Bei einer Um­fra­ge zu den ver­trau­ens­würdigsten Spiel­zeug­marken Deutschlands belegte Märklin im Jahr 2014 mit 81 Prozent Platz 3. Die Legende lebt, doch Innovation ist ein zentrales Stichwort. Märklin hat über Jahr­zehnte Neuerungen in die Welt des Spiel­zeugs gebracht. 

Dazu gehören die Elektri­fizierung der Modell­eisen­bahn und die Ver­einheit­lichung der Spurweiten. Die Spurweite H0 im Maßstab 1:87 ist heute die popu­lärste welt­weit; die größere Spur 1 (1:32) feiert 2019 hingegen ihr 50. Jubiläum. Auch Sound und Licht brachte Märklin in die Miniatur­welt und bot bereits 1984 die erste digitale Steu­erungs­anlage. Heute lässt sich der Bahn­verkehr auf der Tisch­platte bequem mit einer Smartphone-App regeln. 

Wie ihre großen Vor­bilder sind Märklin Eisen­bahnen robust. Das Metall­druck­guss-Verfahren ermöglicht Modell­eisen­bahnen, die langlebig und spiel­sicher sind. Zum Mythos Märklin gehört auch die Detail­treue der filigranen Modelle. Von angeformten Schrauben und Nieten über angesteckte Leitungen bis hin zur feinsten Schrift­be­druckung – gestochen scharf auf beein­druckend kleinem Raum – wird eine Märklin Modell­bahn mit viel Liebe zum Detail erschaffen. Mit demselben Respekt, mit dem sie pro­du­ziert wird, lieben und behandeln die Märklin­isten ihre Kost­barkeiten. Geradezu ein Synonym für Märklin ist die Kultlok „Krokodil“, die 2019 ihren 100. Geburts­tag feiert. Dabei handelt es sich um die Nach­bildung einer Schweizer Elektrolok, die in den 1930er-Jahren Güterzüge auf der Gotthard-Strecke zog. Zunächst in den größeren Spuren 1 und 0 produziert, kam sie bald auch in H0 zum Einsatz. Und selbst im Miniformat Z im Maßstab 1:220 verliert diese Lokomotive nichts von ihrem Reiz. Märklin hat das Krokodil immer wieder neu aufgelegt – und jedes Mal mit technischen Verbesserungen zu überraschen gewusst. 

Das Familien­unternehmen ist nicht nur der Trendsetter seiner Branche, sondern mit einem Markt­anteil von etwa 50 Prozent auch deutscher Markt­führer. Produziert wird mit rund 490 Beschäftigten am Tra­ditions­standort Göppingen; sowie mit über 600 Mitarbeitern auch im ungarischen Györ. Insgesamt entstehen jährlich 400.000 Loks, 350.000 Personen­wagen und über eine Million Güter­wagen, damit die Augen von Jung und Alt nicht nur unterm Weihnachtsbaum strahlen.