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MEWA

Das Textil-Management

FIRMENNAME
MEWA Textil-Service AG

KLASSIKER
MEWATEX Putztuch (seit 1908)

GRÜNDUNG
1908 in Ostritz-Altstadt

GRÜNDER
Hermann Gebauer

JAHRESUMSATZ
672 Mio. Euro (2017)

VERTRIEB
in 21 europäischen Ländern

Deutschland, 1908: Die industrielle Produktion boomt. Neue technische Entwick­lungen ermöglichen schnellere, präzisere Herstellungs­verfahren. In der Eisen- und Stahl­industrie und vor allem in den techno­logisch orientierten Branchen Chemie, Elektro- und Auto­mobil­technik steht Deutsch­land an der Spitze des Fort­schritts. Technik made in Germany ist im Begriff, die Welt­märkte zu erobern. Das bringt Hermann Gebauer, Unter­nehmer im sächsischen Ostritz-Altstadt, auf eine einfache, aber geniale Geschäfts­idee: Putztücher für die Reinigung von Maschinen – inklusive Pflege der Tücher. Hermann Gebauer gründet die Mechanische Weberei Altstadt GmbH, kurz: MEWA. „Textilien weben, waschen und bei Verschleiß ersetzen“ lautet das Angebot seines jungen Unternehmens. Diese Dienst­leistung überzeugt. Bereits im Gründungs­jahr kann Hermann Gebauer seinen ersten Groß­kunden ins Auftrags­buch eintragen: die Königlich Sächsischen Staats­eisen­bahnen, das größte Unternehmen in Sachsen. Und nur wenige Jahre später stehen Firmen wie Siemens, AEG und Bayer auf der Kundenliste des jungen Entrepreneurs.

Europa, 110 Jahre später: Aus dem Putztuch­system „Weben, waschen und ersetzen“ der sächsischen Weberei und Wäscherei mit 20 Mitar­beitenden ist ein komplexes Textil-Manage­ment für Industrie- und Gewerbe­betriebe erwachsen. Rund 5200 Beschäf­tigte arbeiten für die MEWA Gruppe an 44 Standorten und versorgen über 184.000 Unter­nehmen in 21 europäischen Ländern mit Berufs- und Schutz­kleidung, Mehrweg-Putztüchern, Ölauffang- und Fußmatten sowie Arbeits­schutz­artikeln. Den Service, mit dem alles begann, bietet die Unter­nehmens­gruppe nach wie vor. Doch Tuch, Dienst­leistung und Pro­duktion haben sich in Quantität wie Qualität verändert. Mehr als eine Milliarde Tücher werden mittler­weile jährlich in den Betrieben der MEWA Gruppe gewaschen. Pro Sekunde entstehen fünf neue Tücher in der MEWA-eigenen Weberei am Standort Immenhausen nahe Kassel – das sind mehr als 114 Millionen pro Jahr. Putz­tücher gibt es sowohl in Quali­täten, die echte Drecks­arbeit sauber aus­führen, als auch in Mikro­faser­versionen, die sensible Flächen sanft säubern. Bei Berufs- und Schutz­kleidung gehört das Unternehmen zu den Inno­vations­führern der Branche. So engagiert sich MEWA bereits seit Anfang der 1990er-Jahre in der Ent­wicklung hoch­spezia­lisier­ter Schutz­kleidung. Neue Gewebe und Fasern ermög­lichten branchen­bezogene Lösungen, die durch Funktio­nalität, Komfort und Design überzeugten. Das Ergebnis sind Kollektionen, die sich angenehmer tragen, aber dennoch hervorragend schützen. 

Über eine Million Mitarbeiter in Unter­nehmen aus Industrie, Handwerk und Handel tragen MEWA-Kleidung. Ihren Kunden nimmt MEWA profes­sionell und eigenständig die komplette bedarfs­orien­tierte Aus­stattung mit Betriebs­textilien ab. Produkt­ent­wicklung und Qualitäts­kontrolle werden kontinuierlich weiter­entwickelt und orientieren sich am Stand der Technik. Beratung und Betreuung werden bedarfs­gerecht geplant und auf Wunsch zeitnah an sich ändernde Bedingungen im Kunden­unternehmen angepasst. Diese Inno­vations­kraft wird von der familiären Struktur und den tradi­tionellen Werten des inhaber­geführten Unter­nehmens unterstützt: An der Unter­nehmensspitze stehen die Enkelin des Unter­nehmens­gründers, Gabriele Gebauer, und ihr Mann Rolf Beisse. Als sie 1980 die Führung übernahmen, lautete ihr Ziel: für die MEWA Gruppe die inter­nationale Qualitäts­führerschaft im Segment Textil-Management erreichen. Die Umsetzung war erfolgreich: MEWA führte 1992 als erstes Unternehmen der Branche ein auf ISO 9001 basierendes Qualitäts­management ein und erhielt 1997 das Umwelt­zertifikat nach ISO 14001. Nachdem Gabriele Gebauer und Rolf Beisse 2014 in Aufsichtsrat und Kuratorium des Unternehmens gewechselt sind, wird das Geschäft vom Vorstand – bestehend aus Michael Kümpfel, Bernhard Niklewitz, Ulrich Schmidt und Hans Peter Weidling – geleitet.

Neben Deutschland als zentralem Markt expandiert MEWA in die europäischen Nachbar­länder Österreich, Schweiz, Frankreich, Belgien, die Nieder­lande, Italien, Spanien, Tschechien, die Slowakei, Polen, Ungarn, Portugal und England. Im Jahr 2017 schloss MEWA mit einem Umsatz von 672 Millionen Euro ab.