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OTTO

Der Online-Händler

FIRMENNAME
Otto Group

KLASSIKER
OTTO (seit 1949)

GRÜNDUNG
1949 in Hamburg

GRÜNDER
Prof. Dr. h. c. Werner Otto (1909–2011)

MITARBEITENDE
51.785 weltweit (Geschäftsjahr 2017/18)

JAHRESUMSATZ
13.653 Mio. Euro (Geschäftsjahr 2017/18)

Die Geschichte der Otto Group ist einzigartig. Den Grundstein legte Werner Otto am 17. August 1949, als er mit 6000 D-Mark Kapital und drei Mitarbeitern im Hamburger Stadtteil Schnelsen seinen Versand­han­del gründete. Heute ist die Otto Group eine weltweit agierende Handels- und Dienst­leistungs­gruppe mit 51.785 Mitarbei­tenden, die mit 123 wesentlichen Unternehmen in mehr als 30 Ländern präsent ist. Der Online-Versender OTTO ist eines davon. Die Geschäfts­tätigkeit der Gruppe umfasst die drei Seg­mente Multi­channel-Einzel­handel, Finanz­dienst­leistungen und Service. 

14 handgebundene Seiten mit 28 aufgeklebten Fotos von Schuhen – so sah der allererste OTTO-Katalog im Jahre 1949 aus. Getreu dem Motto „Vertrauen gegen Vertrauen“ erlaubte der Gründer bald den „Kauf auf Rechnung“. Mit dieser innovativen Haltung traf das kleine Unternehmen genau den Nerv der Zeit des beginnenden Wirt­schafts­wunders. Das Angebot wurde schnell erweitert. Bis 1958 stieg der Umsatz auf 100 Millionen D-Mark, womit OTTO zu den Groß­unternehmen in Deutschland gehörte. In den fol­gen­den Jahr­zehnten blätterten sich Generationen von Kunden durch die immer profes­sioneller pro­du­zier­ten Kataloge und bestellten darüber paketweise Mode, Lifestyle-Produkte und die neueste Technik. 

Doch der Firmengründer ruhte sich auf seinem Erfolg nicht aus – im Gegenteil. Immer wieder be­ein­druckte er mit seiner enormen Flexibilität und bewies Mut zu Neuem: So nahm OTTO als erster Ver­sand­­handel Bestellungen per Telefon entgegen und führte 1991 den 24-Stunden-Bestell­service ein. Früh erkannten die Hamburger auch, dass das Einkaufen im Internet für Versand­handels­kunden beson­ders attraktiv ist. Schon 1995 bot OTTO eine erste Produkt­palette im Internet an und war damit erneut Vor­rei­ter in seiner Branche. Geshoppt wird heute nicht mehr nur per Mausklick am Computer, sondern auch ganz bequem mit Smartphone und Tablet-PC im Café oder im Park. Darum entwickelt OTTO konti­nuierlich neue Einkaufs­formate, die miteinander vernetzt sind. So kann der Kunde von allen gängigen Geräten aus im digitalen Angebot navigieren, auswählen und bestellen. 

Derzeit findet bei OTTO der größte Umbruch der Firmen­geschichte statt: der Wandel des Geschäfts­modells vom Händler zur Plattform – mit immer mehr Marken und Lieferanten. In diese Entwicklung investiert das Unternehmen allein bis zum Ende des Geschäfts­jahres 2018/19 rund 100 Millionen Euro. 

Der konsequente Ausbau zur Unter­nehmens­gruppe begann bereits 1969. Mit der Gründung der Han­seatic Bank und des Hermes Versands wurden zunächst die handelsnahen Dienst­leistungen auf­ge­baut, um das Kern­geschäft zu unterstützen. Dieses wurde durch Zukäufe und Beteiligungen weiter ausgebaut. 1981 übernahm Gründersohn Prof. Dr. Michael Otto von Günter Nawrath den Posten des Vorstands­vorsitzenden. Er entwickelte die Einzel­gesellschaft OTTO zu einem der inno­vativsten deutschen Unternehmen und die Otto Group zu einem der größten Online-Händler weltweit. 

Der Verkauf über digitale Einkaufskanäle ist dabei zum zentralen Wachstumsmotor geworden. Weit mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes erwirtschaftet die Unternehmensgruppe heute über otto.de und zahlreiche weitere Online-Shops.

Eine innovationsorientierte Strategie sowie der Aufbau leistungsfähiger Führungsebenen waren bereits für den Gründer Werner Otto wichtige Zielpunkte und Bausteine beim Aufbau seines Unternehmens. Nachhaltigkeit, Umwelt- und Sozialpolitik kamen als integrale Bestandteile der Unternehmensstrategie in den 1980er-Jahren durch seinen Sohn Prof. Dr. Michael Otto hinzu. Energiesparende Technologien, nachhaltige Produkte und soziales Engagement sind für die Otto Group keine Pflicht, sondern eine Selbstverständlichkeit. Um ihre Spitzenposition in diesen Bereichen weiter auszubauen, investiert die Unternehmensgruppe vor allem in Mitarbeitende und Kompetenzen. Denn Handel treiben am Ende Menschen für Menschen, auch im digitalen Zeitalter. An diesem Prinzip hält die Otto Group auch in Zukunft fest.