Logo DIE ZEIT Verlagsgruppe

Ottobock

Die Beinprothese

FIRMENNAME
Ottobock SE & CO. KGaA

KLASSIKER
C-Leg (seit 1997)

GRÜNDUNG
1919 in Berlin

GRÜNDER UND ERFINDER
Otto Bock

MARKTPOSITION
Weltmarktführer im Bereich Prothetik

UMSATZ
927,4 Mio. Euro

Seit 1919 widmet sich Ottobock der Aufgabe, Menschen mit einge­schränk­ter Mobi­lität zu unter­stützen sowie ihre Lebens­qualität zu erhöhen, und setzt dabei immer wieder neue Standards. So kam 1997 mit dem C-Leg die weltweit erste komplett mikro­pro­zessor­ge­steuerte Bein­prothesen­lösung auf den Markt. Als weitere Meilen­steine der Produkt­ent­wicklung stellte der Welt­markt­führer in der Exo-Prothetik 2011 das Genium vor. Es bildet das natürliche, physio­logische Gehen fast identisch nach. Die Michelangelo Pro­thesen­hand wird durch elektrische Muskel­span­nungen gesteuert und kann auf sieben verschiedene Arten greifen.

Damit erlaubt sie im Bereich der myoelek­trischen Arm­prothetik eine bisher uner­reichte Handlungs­freiheit. 2015 wurde unter anderem das Kenevo zur Markt­reife geführt, das die Vorteile mikro­pro­zes­sor­kon­trollier­ter Bein­pro­thesen­lösungen erstmals auch für Menschen mit niedrigeren Mobili­täts­graden nutzbar macht, während sich das Genium X3 und die vierte C-Leg Generation als Stand der Technik für aktivere Ober­schenkel­amputierte etabliert haben.

Der Bereich Orthetik ist ein weiteres Tätig­keits­feld von Ottobock. Orthesen unterstützen Arme, Beine oder den Rücken und werden etwa bei der Mobili­sation und Reha­bilitation nach einer Operation erfolg­reich eingesetzt. Hier geht die aktuelle Highend-Ent­wick­lung C-Brace® noch einen bahn­brechenden Schritt weiter: Als erstes mecha­tronisches Bein­orthesen­system bringt sie auch Patienten mit Lähmungs­erscheinungen buch­stäblich wieder auf die Beine. Ein Mikro­prozessor regelt dabei Stand- und Schwung­­phase und sorgt für einen natürlichen Gangzyklus.

Die hohe Qualität der Produkte von Ottobock erfordert den Ein­satz hoch­wer­tigs­ter Mate­rialien: PrePreg Faser­verbund­stoffe (beim C-Brace®), Titan oder das aus dem Flug­zeugbau bekannte Carbon. Jedes Pro­dukt durch­läuft intensive Prüf­verfahren. Bevor ein neuer Pro­thesen­fuß auf den Markt kommt, wird er in speziellen Gang­simu­latoren getestet und absolviert dort rund drei Millionen Schritte. Die wissen­schaft­liche Über­prüfung umfasst komplexe Tests. So geben zum Beispiel in den Boden eingelassene Mess­platten Aufschluss über die Reaktions­kräfte beim Abrollen des natürlichen und des Pro­thesenfußes.

Neben der Qualität der Produkte liegt ein weiterer Fokus auf der Ver­sor­gungs­qualität. Im Clinical Services Network betreibt Ottobock mittler­weile mehr als 130 Ver­sorgungs­zentren weltweit. Von dem dort erworbenen Wissen über qualitativ hochwertige Patienten­ver­sorgungen, der detaillierten Markt­kenntnis und den individuell für Länder und Regionen entwickelten Geschäfts­modellen profitieren auch Geschäfts­kunden. Ihnen stellt Ottobock Business Service das Angebot und das Know-how als Dienst­leistung zur Verfügung. 2018 hat das Unter­nehmen mit Ottobock Industrials ein neues Tätig­keits­feld eröffnet: Mit der bio­mechanischen und ortho­pädischen Expertise werden innovative Lösungen – unter anderem für ergonomische Arbeits­plätze – angeboten.

Auch das Design spielt bei Ottobock eine wichtige Rolle, ist doch das Er­schei­nungs­bild entscheidend für die Akzeptanz des Produkts durch den Anwender und sein soziales Umfeld. Entwicklungen von Ottobock werden immer wieder bei renommierten branchen­über­greifenden Design-Wettbewerben für ihre Gestaltung ausgezeichnet.

Kompetenz und Erfahrung von Ottobock kommen in besonderer Weise bei den Paralympics zum Tra­gen. Bei den Sommer­spielen in Seoul 1988 machten vier Ortho­pädie­techniker aus Australien den Anfang. Seitdem ist Ottobock bei allen Wett­kämpfen dabei; so auch 2016 in Rio de Janeiro und 2018 in PyeongChang, um als Partner mit technischem Service zu unterstützen.

Das Unternehmen ist bis heute inhaber­geführt. In vierter Generation vertritt die Tochter von Prof. Hans Georg Näder, Georgia Näder, seit 2018 die Interessen der Familie im Auf­sichts­rat und ist Mitglied der Geschäfts­führung der Otto Bock Holding GmbH & Co. KG.

Die Holding hält 80 Prozent an der Ottobock SE & Co. KGaA und gehört zu einhundert Prozent der Familie Näder. Das schwedische Private Equity-Unternehmen EQT ist seit August 2017 Partner von Ottobock und zu 20 Prozent an der Ottobock SE & Co. KGaA beteiligt. Weltweit 7000 Mit­arbei­tende in über 50 Ländern ermöglichen den Menschen ein Höchst­maß an Mobilität und Unabhängigkeit.