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Prym

Der Druckknopf

FIRMENNAME
William Prym GmbH & Co. KG

KLASSIKER
Druckknopf (Marke Prym seit 1903)

GRÜNDUNG
1530 in Aachen, seit 1642 in Stolberg

ERFINDER
Hans Prym (1875–1965)

MITARBEITENDE
3600 weltweit

VERTRIEB
weltweit

Seit der Einführung des mechanischen Webstuhls konnten Stoffe in großen Mengen günstig produziert werden. Als dann durch die Erfindung der Nähmaschine erste Schritte zur Massenproduktion von Kleidung unternommen wurden, war eine zeitgemäße Version des Knopfes überfällig geworden. Ein Verschluss aus zwei Teilen, problemlos anzubringen und leicht zu handhaben, das war die Idee. Wie viele kleine und nützliche Dinge des Alltags ist der Druckknopf eine Erfindung, die jedermann einleuchtet – nur darauf kommen musste erst einmal jemand.

„Der Federknopf-Verschluss ist dazu bestimmt, das Öffnen und Schließen der Herrenhosen beim Latz zu vereinfachen“, ist in der Patentschrift No. 32496 des Kaiserlichen Patentamts vom 5. März 1885 zu lesen. Die Spuren seines Erfinders Heribert Bauer haben sich verloren. Den bis heute gültigen Standard schuf erst das rheinische Familienunternehmen Prym, dessen Aufstieg vom mittelständischen Betrieb zum internationalen Unternehmen mit cirka 3600 Mitarbeitern weltweit eng mit der Geschichte des Druckknopfes verbunden ist.

Programmatisch nannte man den Verschluss mit dem K(n)öpfchen „Prym's Zukunft“. Seit 1530 nachweislich in Aachen und ab 1642 im nahen Stolberg in der Messingherstellung und -verarbeitung tätig, beginnt die Familie Prym 1903 mit der Produktion des eigenen Druckknopfes. Hans Prym war es, der durch seinen genialen Einfall die Funktionen des kleinen Knopfes entscheidend verbesserte: In das seitlich geschlitzte Oberteil wird ein rostfreier Bronzedraht in Form einer Doppel-S-Feder eingelegt. Seitdem lässt sich der Knopf gut zusammendrücken und wieder öffnen; nicht zu fest und nicht zu locker. Heute wird das Multitalent mithilfe computergesteuerter Fabrikationsautomaten in allen erdenklichen Formen und Farben hergestellt – 15 Millionen Stück täglich. Entscheidenden Anteil an einer erfolgreichen Produktvermarktung besitzt die werbewirksame Verpackung. Beinahe ebenso berühmt wie der Druckknopf selbst sind die Karten, auf denen Prym’s Druckknöpfe von Anfang an im Handel angeboten werden. Die Motive dieser Pappkarten erzählen bis in die 30er-Jahre des 20. Jahrhunderts vom Fernweh, von der Sehnsucht nach ländlicher Idylle, nach Ruhm und Freiheit. Als Dokumentation des bürgerlichen Geschmacks einer ganzen Epoche besitzen diese Karten heute einen hohen Sammlerwert. Verschloss der Druckknopf zunächst ebenso sicher wie unauffällig die Beinkleider der Herren, hat er heute auch dekorative Funktion als Markenträger an Jeanshosen, Freizeit- und Sportbekleidung, Lederwaren oder Ausrüstungsgegenständen. Ob edel und auffällig, oder versteckt und hautnah: Es gibt kaum einen Lebensbereich, der ohne Druckknopf auskommt. Am Paradeprodukt Druckknopf und dessen Weiterentwicklung zeigt sich, wie zeitgemäß und intelligent Prym Unternehmensgeschichte interpretiert.

Die unzähligen Designs richten sich nach Kundenwünschen. Produkte glänzen so mit gutem Namen und werden zum Träger von Zeitgeist und Lebensart. Das weltweite Produktions- und Servicenetzwerk sichert die den Marktanforderungen entsprechende Flexibilität und Geschwindigkeit. Heute vergehen zwischen Kundenanfrage nach einem Knopf mit Emblem und der Auslieferung jeder gewünschten Menge nur wenige Tage. Zum Vergleich: Vor 20 Jahren, Anfang der 1980er-Jahre, waren es noch fünf Monate.

Der Druckknopf hat einen entscheidenden Anteil am Erfolg des Weltunternehmens Prym, dessen Produkte mittlerweile fast überall zu finden sind: Neben den Druckknopfvarianten und Reißverschlüssen für den Bekleidungsbereich produziert die Firma Prym auch kleinste Kontakt- und Schaltelemente für die Automobil- und Elektronikindustrie sowie Produkte für den Näh- und Handarbeitsbereich. Nach alter Tradition begegnet das Unternehmen aktuellen und zukünftigen Herausforderungen mit engagierten Mitarbeitern, erfolgreichen Ideen, innovativem Spezialwissen und einer ganzheitlichen Kundenorientierung. So bleibt der klassische Werbeslogan der 50er-Jahre Realität: „Jeder braucht jeden Tag etwas von Prym“ oder „’I NEED YOU’ Qualität von Prym!“