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PUSTEFIX

Das Seifenblasenspiel

FIRMENNAME
Pustefix GmbH

KLASSIKER
Pustefix Seifenblasenspiel (seit 1948)

GRÜNDUNG
1948 in Tübingen

GRÜNDER UND ERFINDER
Dr. Rolf Hein (1904–1974)

VERTRIEB
weltweit

HAUPTFERTIGUNGSSTÄTTE
Tübingen

Aus welchem Material muss eine Wand beschaffen sein, damit sie ein Mensch durchschreiten kann, ohne sie dabei zu zerstören? Die junge Frau lächelte in die Zuschauermenge, die sich vor ihr versammelt hatte, um an einem tollkühnen Experiment teilzuhaben. Der Vater der jungen Frau, Seifenblasen-Champion und Guinnessbuch-Rekordhalter Fan Yang, hatte um sie herum eine Seifenblase geschaffen, die einen geschlossenen Raum aus purer Flüssigkeit ergab. Als die Musik ruhiger wurde, erhob sich die junge Frau, stieß mit dem Kopf leicht gegen die Innenhaut der Blase, bewegte sich langsam nach rechts, um dann die dünne Haut der Seifenblase zu durchschreiten, ohne dass diese dabei geplatzt wäre.

Wie viel Potenzial in dem Spiel mit der Flüssigkeit steckt, erkannte der Chemiker Dr. Hein schon 1948, als er in Tübingen die ersten Schritte zur Erfindung seines erfolgreichen Produkts PUSTEFIX unternahm. Kurz darauf gründete er die Dr. Hein KG, ein Unternehmen, das auch heute noch erfolgreich Seifenblasen in aller Welt aufsteigen lässt. Den Anfang machten seine Experimente mit Waschmittel, das er sich in den Nachkriegsjahren gegen den Tausch von Lebensmitteln bei den Bauern im Tübinger Umland beschafft hatte. Beim Experimentieren entdeckte er, dass eine spezielle chemische Zusammensetzung eine Flüssigkeit ergab, die sich hervorragend zur Erzeugung von Seifenblasen eignete. Er notierte sich die einzelnen Bestandteile und machte sich gleichzeitig Gedanken über die ideale Verpackung.

Heins Traum war es, ein Spiel in den Händen zu halten, das man von der Flüssigkeit bis zum Pustering in einer Einheit kaufen kann. Also begann er damit, eine Federdrahtspirale so zu formen, dass sie ein Oval ergab. Dieses Oval befestigte er an einem Metallstift und steckte den Stift in ein Aluminiumröhrchen, das er mit Kork verschloss. Doch die im Röhrchen enthaltene Flüssigkeit zersetzte bei längerer Lagerung die Metallspirale, und der Korkverschluss behielt nur in den seltensten Fällen die gesamte Flüssigkeit im Röhrchen. Das führte zu Transportschäden und machte eine lange Lagerung fast unmöglich. Erschwerend kam hinzu, dass sich schon beim kleinsten Überlaufen der enthaltenen Flüssigkeit das Papieretikett mit dem Aufdruck des Firmenlogos vom Röhrchen löste und damit für eine anständige Vermarktung untauglich machte.

Erst 1960 konnten diese Schwierigkeiten durch den Einsatz der bis heute bekannten blauen Kunststoffflasche gemeistert werden. Für das Produkt PUSTEFIX waren jetzt alle Voraussetzungen geschaffen, als Exportartikel auch den Weg rund um den Globus anzutreten. So forcierte Gerold Peter Hein nach der Übernahme des Geschäfts von seinem Vater den Absatz in die europäischen Nachbarländer und den Markteinstieg in die USA und Japan. 1998 – 50 Jahre nach Gründung des Unternehmens durch den Großvater – ging die Geschäftsführung an Frank W. Hein. Das Unternehmen ist seither in der dritten Generation unter Familienleitung und hat seinen Sitz noch immer in Kilchberg bei Tübingen.

Unter Frank W. Hein erfolgte der verstärkte Ausbau des Seifenblasen-Sortiments. Streng nach dem Prinzip „einfach, aber genial muss es sein“ wurden rund um das ursprüngliche PUSTEFIX Röhrchen neue Seifenblasen-Spiele entwickelt. Zudem gründete er bereits vor seiner Zeit als Geschäftsführer im Jahr 1993 die Vertriebsfirma SUCCESS, die PUSTEFIX Spiele in individueller Aufmachung als Werbeträger anbietet. Fünf Jahre später wurde für das Merchandising und das B-to-C-Geschäft der PUSTEFIX FAN-SHOP ins Leben gerufen.

Seit 1. Januar 2011 ist die Salzburger Stadlbauer-Gruppe neue Eigentümerin der jetzt in der PUSTEFIX GmbH gebündelten Geschäftsfelder der Marke. Durch den Verbund mit den vielen starken Marken der Stadlbauer-Gruppe wird eine weitere Stärkung der nationalen und internationalen Markenposition von PUSTEFIX angestrebt. Mit der auf Langfristigkeit und Kontinuität ausgerichteten Geschäftspolitik verteidigt das Tübinger Familienunternehmen erfolgreich seinen Nischenplatz in der globalen Wirtschaft. PUSTEFIX Seifenblasenspiele werden in mehr als 50 Ländern verkauft, gut die Hälfte des Umsatzes entfällt auf das Auslandsgeschäft. Bis heute kann sich PUSTEFIX auf allen Märkten bestens behaupten.