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Reclam

Die Universal-Bibliothek

FIRMENNAME
Philipp Reclam jun. Verlag GmbH

KLASSIKER
Goethes Faust I (seit 1867)

GRÜNDUNG
1828 in Leipzig

GRÜNDER
Anton Philipp Reclam (1807–1896)

VERTRIEB
weltweit

JAHRESABSATZ
2,5 Mio. Bände

Goethe ist gelb, Shakespeare orange und Lektürehilfen sind blau. Dies sind seltsam anmutende Zuschreibungen, die trotzdem kaum Irritationen auslösen werden, da sich jeder sogleich an die unverwechselbaren Reclam-Bändchen erinnern kann: an diese steten Begleiter vor allem zu Schulzeiten. Mit der Universal-Bibliothek ließ sich schon immer für wenig Geld die Weltliteratur erlesen; in philologisch anerkannten Ausgaben, die durch intensiven Gebrauch und nicht selten auch durch individuelle Bemalung zu den ersten Symbolen geistiger Arbeit wurden.

Fast alle Größen wurden mit der Universal-Bibliothek mobil und universal verfügbar, ob Heine oder Hölderlin, Kafka oder Kleist, Morus oder Mozart. Die in der Universal-Bibliothek verlegten Autoren und Texte haben sich häufig in die persönliche Geschichte eingeschrieben und oft erst den Zugang und die Freude an der Literatur eröffnet. „Wie wunderschön es einst gewesen, Wenn in der Schule, heimlich irgendwie, Ein mürbes Reclambändchen er gelesen, Das golden überfloß von Poesie“ (Ricarda Huch). Neben vielen Geschichten, welche die Einmaligkeit der Universal-Bibliothek lebendig bekunden, steht die große Geschichte eines Verlags, die auch ein Stück deutsche Geschichte ist.

Am 1. Oktober 1828 gründet Anton Philipp Reclam den Verlag des Literarischen Museums in Leipzig. Er macht kein Geheimnis daraus, dass die liberalen Vorstellungen des erstarkenden Bürgertums auch seine Ideen als Verleger leiten. So bleiben Konflikte mit der Obrigkeit und der Zensur nicht aus. Reclam allerdings versteht es geschickt, die Verlagsarbeit trotz dieser politischen Schwierigkeiten weiter auszubauen. Ein entscheidendes Datum für die Zukunft des Hauses wird schließlich der 9. November 1867. An diesem Tag tritt eine Regelung in Kraft, wonach bei allen deutschen Autoren die Schutzfrist für eine Veröffentlichung auf 30 Jahre nach deren Tod festgelegt wird. Für den gesamten Buchhandel ist die Neuregelung ein kaum zu überschätzender Vorgang, der erst die Bedingungen für die Universal-Bibliothek schuf. Die wichtigsten deutschen Klassiker werden „gemeinfrei“ und Anton Philipp Reclam ergreift die Chance. Am 11. November 1867 vermelden die Leipziger Nachrichten: „Kaum ist (...) das Verlagsrecht der Werke älterer deutscher Schriftsteller Gemeingut der Nation geworden, als auch schon die Früchte dieser neuen freiheitlichen Erwerbung in Gestalt neuer Classiker-Ausgaben vor uns liegen. Und es sind in der That Ausgaben, die bei correctem Druck und guter Ausstattung durch ihre Billigkeit alles übertreffen, was jemals eine Nation auf dem Büchermarkte ausgeboten hat.“

Es ist die Geburtsstunde der Universal-Bibliothek. Programmatisch beginnt die Reihe mit Goethes „Faust“ als Band 1 und 2, es folgen Lessings „Nathan der Weise“, Theodor Körner, Shakespeare, Börne und Schiller. In der Auswahl des Anfangs wurde zugleich der Anspruch für die Zukunft gesetzt: Nicht nur die klassische, sondern auch die für die Zeit bedeutsame Literatur sollte über die Universal-Bibliothek zugänglich gemacht werden. So haben neben Klassikern auch zeitgenössische Autoren wie Robert Gernhardt, Ulla Hahn oder Loriot ihren Platz im „gelben Pantheon“ gefunden. Hinzu kommen Libretti und Anthologien, Literaturgeschichten und Hilfen zum Textverständnis für Schüler; sowie historische Quellen und philosophische Texte, Sachbücher zu Kunst und Musik, Gesellschaft und Politik, Geschichte und Religion.

Etwa 3.000 Titel sind heute lieferbar. Nach fast 25 Jahren erhielt 2012 derUmschlag der Universal-Bibliothek ein neues Gesicht. Auch die Farben – Gelb, Orange, Rot, Grün, Blau und Magenta – wurden leicht überarbeitet, damit sie besser miteinander harmonieren. Als Textschrift löst die Documenta die bisherige Garamond sukzessive ab. Friedrich Forssman, einer der führenden Buchgestalter Deutschlands, und seine Frau, die Textildesignerin Cornelia Feyll, haben das neue Erscheinungsbild entworfen, damit Reclams Universal-Bibliothek, „die revolutionärste Idee der Buchindustrie“, auch im 21. Jahrhundert lebendig bleibt.

Goethe ist gelb, Shakespeare orange und Lektürehilfen sind blau. Dies sind seltsam anmutende Zuschreibungen, die trotzdem kaum Irritationen auslösen werden, da sich jeder sogleich an die unverwechselbaren Reclam-Bändchen erinnern kann: an diese steten Begleiter vor allem zu Schulzeiten. Mit der Universal-Bibliothek ließ sich schon immer für wenig Geld die Weltliteratur erlesen; in philologisch anerkannten Ausgaben, die durch intensiven Gebrauch und nicht selten auch durch individuelle Bemalung zu den ersten Symbolen geistiger Arbeit wurden.

Fast alle Größen wurden mit der Universal-Bibliothek mobil und universal verfügbar, ob Heine oder Hölderlin, Kafka oder Kleist, Morus oder Mozart. Die in der Universal-Bibliothek verlegten Autoren und Texte haben sich häufig in die persönliche Geschichte eingeschrieben und oft erst den Zugang und die Freude an der Literatur eröffnet. „Wie wunderschön es einst gewesen, Wenn in der Schule, heimlich irgendwie, Ein mürbes Reclambändchen er gelesen, Das golden überfloß von Poesie“ (Ricarda Huch). Neben vielen Geschichten, welche die Einmaligkeit der Universal-Bibliothek lebendig bekunden, steht die große Geschichte eines Verlags, die auch ein Stück deutsche Geschichte ist.

Am 1. Oktober 1828 gründet Anton Philipp Reclam den Verlag des Literarischen Museums in Leipzig. Er macht kein Geheimnis daraus, dass die liberalen Vorstellungen des erstarkenden Bürgertums auch seine Ideen als Verleger leiten. So bleiben Konflikte mit der Obrigkeit und der Zensur nicht aus. Reclam allerdings versteht es geschickt, die Verlagsarbeit trotz dieser politischen Schwierigkeiten weiter auszubauen. Ein entscheidendes Datum für die Zukunft des Hauses wird schließlich der 9. November 1867. An diesem Tag tritt eine Regelung in Kraft, wonach bei allen deutschen Autoren die Schutzfrist für eine Veröffentlichung auf 30 Jahre nach deren Tod festgelegt wird. Für den gesamten Buchhandel ist die Neuregelung ein kaum zu überschätzender Vorgang, der erst die Bedingungen für die Universal-Bibliothek schuf. Die wichtigsten deutschen Klassiker werden „gemeinfrei“ und Anton Philipp Reclam ergreift die Chance. Am 11. November 1867 vermelden die Leipziger Nachrichten: „Kaum ist (...) das Verlagsrecht der Werke älterer deutscher Schriftsteller Gemeingut der Nation geworden, als auch schon die Früchte dieser neuen freiheitlichen Erwerbung in Gestalt neuer Classiker-Ausgaben vor uns liegen. Und es sind in der That Ausgaben, die bei correctem Druck und guter Ausstattung durch ihre Billigkeit alles übertreffen, was jemals eine Nation auf dem Büchermarkte ausgeboten hat.“

Es ist die Geburtsstunde der Universal-Bibliothek. Programmatisch beginnt die Reihe mit Goethes „Faust“ als Band 1 und 2, es folgen Lessings „Nathan der Weise“, Theodor Körner, Shakespeare, Börne und Schiller. In der Auswahl des Anfangs wurde zugleich der Anspruch für die Zukunft gesetzt: Nicht nur die klassische, sondern auch die für die Zeit bedeutsame Literatur sollte über die Universal-Bibliothek zugänglich gemacht werden. So haben neben Klassikern auch zeitgenössische Autoren wie Robert Gernhardt, Ulla Hahn oder Loriot ihren Platz im „gelben Pantheon“ gefunden. Hinzu kommen Libretti und Anthologien, Literaturgeschichten und Hilfen zum Textverständnis für Schüler; sowie historische Quellen und philosophische Texte, Sachbücher zu Kunst und Musik, Gesellschaft und Politik, Geschichte und Religion.

Etwa 3.000 Titel sind heute lieferbar. Nach fast 25 Jahren erhielt 2012 derUmschlag der Universal-Bibliothek ein neues Gesicht. Auch die Farben – Gelb, Orange, Rot, Grün, Blau und Magenta – wurden leicht überarbeitet, damit sie besser miteinander harmonieren. Als Textschrift löst die Documenta die bisherige Garamond sukzessive ab. Friedrich Forssman, einer der führenden Buchgestalter Deutschlands, und seine Frau, die Textildesignerin Cornelia Feyll, haben das neue Erscheinungsbild entworfen, damit Reclams Universal-Bibliothek, „die revolutionärste Idee der Buchindustrie“, auch im 21. Jahrhundert lebendig bleibt.