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Schneider

Der Kugelschreiber

FIRMENNAME
Schneider Schreibgeräte GmbH

KLASSIKER
Kugelschreiber K15 (seit 1993)

GRÜNDER
Christian Schneider

GRÜNDUNG
1938

MITARBEITENDE
600

HAUPTFERTIGUNGSSTÄTTEN
Schramberg im Schwarzwald, Wernigerode im Harz

Die Digitalisierung hat unser Leben und unsere Art, miteinander zu kommunizieren, maßgeblich verändert. Dazu zählt natürlich auch die Art und Weise, wie wir schreiben. Aber selbst im Zeitalter von iPad und Smartphones bleibt die Handschrift etwas Besonderes, das den Menschen prägt und seiner Persönlichkeit Ausdruck verleiht. Für diese Haltung steht seit über 80 Jahren die Schneider Schreibgeräte GmbH, die mit ihrem Claim „Schneider – schreib’s auf“ wieder ausdrücklich darauf Bezug nimmt. Schließlich ist jeder Gedanke es wert, aufgeschrieben zu werden, und ein Schneider-Stift hat sich zu diesem Zweck immer wieder aufs Neue als Maß aller Dinge erwiesen.

Die Geschichte des Massenproduktes Kugelschreiber ist untrennbar mit dem Markennamen Schneider verbunden. Das Unternehmen hat sich dabei sowohl um die technische Weiterentwicklung des praktischen Schreibgeräts als auch um seine industrielle Fertigung und  Marktdurchdringung verdient gemacht.

Die Wurzeln der Marke reichen in das Jahr 1938 zurück, als Christian Schneider eine Fabrik für Schrauben und Drehteile gründet. Nach dem Krieg betreibt er energisch den Neuanfang und diversifiziert das Angebot. Schon 1946 zählen auch Füllhalterhersteller zu seinen Kunden. Im selben Jahr erfährt Christian Schneider von einem Schreibgerät aus Amerika, das mit einer rollenden Kugel schreibt. Der Gedanke fasziniert den findigen Entrepreneur, der dem Kugelschreiber bald auch in Deutschland zum Durchbruch verhilft.

Entscheidendes Plus ist dabei die Minenqualität. Diese stetig zu verbessern, die Mine als Ersatzteil zu etablieren und das Minensortiment zu reduzieren sind die vordringlichen Aufgaben. Mit der von Christian Schneider beharrlich verfolgten DIN 16554 ist das Ziel 1957 erreicht. Das DIN-Blatt reduziert die Minenvielfalt auf nur noch acht Typen und formuliert klare Anforderungen an die Dokumentenechtheit der Pasten. Damit wird die Produktion weiter rationalisiert und der Mengenausstoß deutlich gesteigert. Die sprichwörtliche „gute Schneider-Mine“ erreicht in den 1960er-Jahren den Gipfel ihrer Bekanntheit. Als der verdienstvolle Gründer 1978 verstirbt, ist die zweite Generation in Person von Roland Schneider schon in der Verantwortung. Seine Ambition, in der Branche Technologieführer zu werden, beschleunigt den Aufstieg von Schneider.

1982 wird der Textmarker Job lanciert und drei Jahre später mit dem Aufbau einer eigenen Fertigung von Polyesterspitzen und Tintenleitern begonnen. Daneben setzt man 1987 mit dem neuen K1 auch einen Meilenstein im Kugelschreibersortiment. Ab 1993, mittlerweile wird auch in Wernigerode produziert, erobert Schneider mit der Modellreihe K15 das untere Preissegment der Druckkugelschreiber. Und dies so erfolgreich, dass der K15 auch heute noch auf Platz eins der GfK-Hitliste in Deutschland steht.

Nachhaltigkeit ist für Roland Schneider von großer Bedeutung, was er mit der Zertifizierung nach dem weltweit anspruchsvollsten Umwelt-Management-System EMAS, und der Veröffentlichung regelmäßiger Umwelterklärungen unterstreicht. Und immer wieder sind es Produktinnovationen wie der 2007 vorgestellte Kugelschreiber Slider mit der neuartigen Viscoglide-Technologie, die das Unternehmen zukunftsfähig machen. 2010 stellt Roland Schneider die Weichen für den Fortbestand des gegenwärtig rund 600 Mitarbeitende zählenden Familienunternehmens, indem er seinen Sohn Christian in die Geschäftsleitung aufnimmt.

Zudem gibt sich Schneider ein neues Erscheinungsbild, welches anhand eines klaren, eigenständigen Designs das Profil als innovativer und internationaler Schreibgeräte-Anbieter schärft. Schließlich ist Schneider in über 130 Ländern präsent und kann auf eine Exportquote von 65 Prozent verweisen. Auch das neue Displaykonzept greift schnell und generiert spürbare Umsatzzuwächse.

Schneider hat den Spagat beispielhaft gemeistert, traditionelle Werte made in Germany mit den Erfordernissen an eine moderne Marke zu verbinden. „Schneider – schreib’s auf“: besser und zeitloser kann man diesen Gedanken, der es definitiv wert ist, aufgeschrieben zu werden, wohl kaum formulieren.