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Sinalco

Die Limonade

FIRMENNAME
Deutsche Sinalco GmbH Markengetränke & Co. KG

KLASSIKER
Sinalco (seit 1905)

ERFINDER
Franz Hartmann und Friedrich Eduard Bilz

BEKANNTHEIT
94 % (gestützt, Deutschland)

„Die Sinalco schmeckt …“ – das gilt heute genauso wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Lange bevor amerikanische Softdrinks in Deutschland Fuß fassten, entstand vor mehr als  100 Jahren die erste Limonadenmarke des europäischen Kontinents. 

Am Beginn der Sinalco Geschichte stehen die Tatkraft und der Einfallsreichtum von zwei Männern. Der eine, Franz Hartmann, ist erfolgreicher Kaufmann und Getränkefachmann. In seinem Betrieb im lippischen Lage stellt er Essenzen für Liköre und Branntwein her. Der andere, Friedrich Eduard Bilz, ist als prominenter Vertreter der damaligen Gesundheitsbewegung in einem Atemzug mit Schroth und Kneipp zu nennen.

Aus Veröffentlichungen von Bilz weiß Hartmann, dass wertvolle Pflanzenstoffe im Obst die Gesundheit fördern und dass Fruchtzucker ein idealer Energiespender ist. Er beschließt, diese guten Eigenschaften in einem fruchtigen Getränk zu vereinen. Mit der ersten Rezeptur macht er sich auf nach Radebeul in Sachsen, um sie Bilz vorzustellen. Der findet Gefallen an der Idee und bringt sein Expertenwissen zur Entwicklung der idealen Fruchtkombination ein. Das fertige Getränk wird ab 1902 unter dem zugkräftigen Namen „Bilz-Brause“ vermarktet. Bereits im ersten Jahr werden drei Millionen Liter verkauft. 1904 sind es schon 25 Millionen Liter – der Siegeszug des Limonaden-Klassikers beginnt.

Um Nachahmer und Plagiate abzuwehren, ergeht bald der Ruf nach einer starken Marke: Im Rahmen eines Preisausschreibens wird der heutige Markenname „Sinalco“ – abgeleitet vom lateinischen „sine alcohole“ (ohne Alkohol) – geboren. Der Name und später auch das Logo mit schräg gestelltem, weißem Schriftzug auf Rotpunkt sowie die Formflasche werden als Marke eingetragen und weltweit geschützt. Bald fasst Sinalco auch im Orient, in Fernost und Südamerika Fuß. Nach Rückschlägen durch die Weltkriege wird schnell an die früheren Erfolge angeknüpft: In den 1950er- bis 1970er-Jahren erlebt die Marke ihre Hochblüte und wird zum Gattungsbegriff. Wer Limonade trinken will, bestellt damals ganz selbstverständlich eine Sinalco. Mit dem unvergesslichen Flohwalzer-Jingle „Die Sinalco schmeckt“ identifiziert sich eine wachsende Fangemeinde.

Mitte der 1970er-Jahre beginnt dann eine Durststrecke für die erfolgsverwöhnte Traditionsmarke. Eigentümerwechsel führen dazu, dass Investitionen in die Marke und in den Markt unterbleiben. Die Distribution kann der wachsenden Bedeutung des Lebensmittelhandels nicht folgen. Zeitweise scheint Sinalco vom deutschen Markt fast verschwunden zu sein. Aber die Marke ist stark und in den Köpfen der Deutschen fest verankert. Branchenkenner sehen gute Chancen, sie aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwecken. Bei der Getränkegruppe Hövelmann war die attraktive nationale Marke schon viele Jahre als ideale Ergänzung des eigenen regionalen Portfolios eingeschätzt worden. Das Duisburger Familienunternehmen übernimmt 1994 die Vertriebsrechte in Deutschland, Österreich und den Benelux-Ländern. Mit hohen Investitionen und noch mehr Engagement wird der Relaunch vorangetrieben. Seit 1997 sind die weltweiten Markenrechte bei der Sinalco International GmbH & Co. KG angesiedelt. Die Sinalco Vermarktung im Ausland wird über lokale Franchisepartner gesteuert. Mittlerweile erfrischt Sinalco in rund 50 Ländern der Erde die Konsumenten.

Im Laufe der Markengeschichte konnte Sinalco ihre traditionellen Stärken bewahren und gleichzeitig durch frische Ideen jung bleiben. Der Orangenlimonade sind neue Geschmacksrichtungen gefolgt. Aktuell umfasst das Kernsortiment 17 Sorten, auch mit geringem Kaloriengehalt, wie zum Beispiel die Light- und Zero-Varianten. Hinzu kommt eine weitere Produktrange, die alle Sinalco Freunde dazu einlädt, sich ihr ganz persönliches Geschmacks-Extra zu gönnen: Sinalco EXTRA in verschiedenen Sorten.

Heute ist der Markenklassiker fast 100 Prozent der Deutschen bekannt und verbindet die Generationen. Die einen erinnern sich gerne zurück an die 1960er-Jahre, als beim Sonntagsausflug gegen den Durst nichts anderes infrage kam als eine Sinalco. Die anderen finden die coole Flasche erfrischend anders und sind der Meinung: Die Sinalco schmeckt! Ob alte Liebe oder neue Bekanntschaft – Sinalco hat einen festen Platz in den Köpfen und Kühlschränken der deutschen Verbraucher.