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Steiff

Der Teddybär

FIRMENNAME
Margarete Steiff GmbH

KLASSIKER
Steiff „Knopf im Ohr” (seit 1904)

GRÜNDUNG
1880 in Giengen/Brenz

ERFINDERIN
Margarete Steiff

VERTRIEB
weltweit

Die Kindheit ist ein magischer Ort voller Geheimnisse, Wunder und neuer Eindrücke. Sie ist aber auch die Zeit, in der man seine ersten Freunde fürs Leben findet, Freunde wie den Teddybären. Wenn heute vom Teddybären die Rede ist, denkt in der Tat jeder sofort an den weichen und niedlichen Stoffbären, der uns in jungen Jahren begleitet und im Grunde genommen nie wieder losgelassen hat.

Teddy – diesen Namen hat das Plüschtier von keinem Geringeren als dem amerikanischen Präsidenten Theodore („Teddy“) Roosevelt. Der passionierte Jäger besuchte 1902 während einer offiziellen Reise die Grenze zwischen Louisiana und Mississippi. Anlässlich des hohen Besuches wurde eine Jagd auf Grizzlybären angesetzt. Aber auch nach tagelangem Suchen wurde kein Bär aufgespürt und Roosevelt kam nicht zum Schuss. Die Mitglieder der Jagdgesellschaft wollten dem 26. amerikanischen Präsidenten einen Gefallen erweisen und setzten ihm ein angebundenes Bärenbaby, das seine Mutter verloren hatte, vor die Flinte. Roosevelt jedoch weigerte sich, das Junge zu erschießen. Diesen Vorfall hielt Clifford Berryman, ein Karikaturist der Washington Post, in einer Zeichnung fest und legte somit den Grundstein für die Symbolfigur des Präsidenten: einen Bären. Dieser Vorfall mit Meister Petz führte schließlich dazu, dass die bei seinen Landsleuten immer beliebter werdenden Plüschbären den „Vornamen“ Teddy erhielten.

Diese historischen Bären waren ein Produkt der Margarete Steiff GmbH aus dem schwäbischen Giengen an der Brenz. Richard Steiff hatte sie auf der Leipziger Messe 1903 als seine neueste Erfindung vorgestellt. Das Besondere an diesen Spieltieren war der stabile Rumpf, an dem sich Kopf und Glieder bewegen ließen. Auch das Material war ungewöhnlich: ein flauschiger Mohairplüsch, der in der Wirkung echtem Fell sehr nahekam. Dennoch schien sich zunächst niemand dafür zu interessieren, bis am letzten Messetag ein begeisterter Amerikaner 3000 Stück bestellte.

Diesem glücklichen Zufall verdankt der Teddybär seinen Siegeszug rund um die Welt und die Filzspielwarenfabrik Steiff ihren Aufstieg zur Weltfirma.

Margarete Steiff, die Gründerin des Unternehmens, war seit frühester Kindheit durch Polio körperlich schwerst eingeschränkt. Aber mit ungeheurer Energie und Disziplin sowie aus dem Bedürfnis nach wirtschaftlicher Unabhängigkeit heraus eröffnete die gelernte Näherin ein Filzkonfektionsgeschäft. 1880 fertigte sie aus Filz ein Nadelkissen in Form eines kleinen Elefanten. Dieses „Elefäntle“ wurde unerwartet ein derart beliebtes Kinderspielzeug, dass davon allein im Jahre 1886 die große Zahl von 5170 Stück verkauft wurden. Daraufhin nahm sie noch andere Tiere in die Produktion auf, und bereits 1897 war das Unternehmen von Margarete Steiff als erste deutsche Filzspielwarenfabrik auf der Leipziger Messe vertreten. Ohne die Unterstützung ihrer Familie wäre der Weg zum Erfolg kaum denkbar gewesen. So gilt ihr Neffe Richard als der Vater des Teddybären und Neffe Franz als Erfinder vom „Knopf im Ohr“. Die Idee, Kinderspielzeug mit einer Schutzmarke zu versehen, die unlösbar direkt am Produkt angebracht ist, war etwas bis dato völlig Neues. Mit diesem Gütesiegel bürgt Steiff für die hohe Qualität seiner Erzeugnisse. Nur so konnte sich die Firma trotz der Einbußen durch die beiden Weltkriege erfolgreich entwickeln und sich seit jeher gegen Billigimporte aus Fernost behaupten.

Das Äußere des Teddybären hat sich im Laufe der Zeit immer wieder gewandelt und dem modernen Geschmack angepasst. Doch sieht man an den Repliken der ersten Modelle, die nun als limitierte Sammlerobjekte wieder erhältlich sind, dass sie bis heute nichts von ihrer Liebenswürdigkeit eingebüßt haben. 2015 feierte die Margarete Steiff GmbH das 135. Firmenjubiläum und entwickelte hierfür eine limitierte Jubiläumsedition, die von Liebhabern und Sammlern freudig aufgenommen wurde. Familien und Kinder zeigten sich begeistert, als zum 125-jährigen Firmenbestehen im Jahr 2005 am Stammsitz in Giengen an der Brenz ein Steiff Museum mit Erlebnischarakter eröffnete. Verteilt auf drei Ebenen wird die Geschichte des Steiff Teddybären und des Unternehmens bilderreich und informativ inszeniert – sowohl für Kinder als auch für Erwachsene und Sammler ein faszinierendes Erlebnis. So wird der Triumph handwerklicher Tradition in ein unvergängliches Kulturgut transformiert, das die Grenzen zwischen Jung und Alt überwindet.