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Zeppelin

Das Luftschiff

FIRMENNAME
Zeppelin

KLASSIKER
Zeppelin (erstmals 1900)

GRÜNDUNG
1908 (Ursprungsunternehmen)

GRÜNDER
Ferdinand Graf von Zeppelin

HAUPTFERTIGUNGSSTÄTTE
Friedrichshafen

Das sonore Brummen, die gewaltige Form, die so ruhig dahingleitet – ein Luftschiff ist immer ein Blickfang am Himmel. Und auch aus der anderen Perspektive ist ein Flug im Zeppelin ein besonderes Erlebnis: In 300 Metern Höhe schwebt der Passagier über beeindruckende Landschaften und lässt sich eine kühle Brise um die Nase wehen. Ohne den Pioniergeist und das Engagement des Erfinders und Namensgebers Ferdinand Graf von Zeppelin zu Beginn des 20. Jahrhunderts wäre diese vielleicht ästhetischste Form der Luftfahrt womöglich für immer ein Traum vom Fliegen geblieben. Mit Beharrlichkeit, Ausdauer und erheblicher finanzieller Eigeninitiative verfolgte er die Konstruktion seines Luftschiffes und machte zusammen mit seinen zahlreichen Weggefährten und Förderern den Zeppelin zum Erfolgsmodell. Der Name Zeppelin ist so über die Jahre zu einem Synonym für das Luftschiff geworden – und seit 1997 ist er zu neuem Leben erwacht.

Am 18. September 1997, um genau zu sein, hob zum ersten Mal ein Prototyp des Zeppelin NT07-100 am Traditionsstandort Friedrichshafen ab und startete zu einem 40-minütigen Rundflug rund um die Stadt am Bodensee. Mit einer Länge von 75 Metern und einem Volumen von 8425 m³ ist er das größte und einzige für den kommerziellen Passagierbetrieb zugelassene Luftschiff der Welt. Das „NT“ in seinem Namen steht für „Neue Technologie“, so kombinierten seine Entwickler bewährte Erfahrungswerte mit modernster Technik. Als halbstarres Luftschiff verbindet er eine flexible Hülle aus hochfestem Mehrschichtlaminat mit einer starren Tragstruktur: Hightech in Reinform. Sie besteht aus dreieckigen Carbonfaserspanten und Aluminiumträgern, die mit Aramidseilen verspannt sind. Trotz der immensen Dimensionen des Fluggeräts wiegt diese Tragstruktur nur 1100 kg. Inklusive Zuladung von 1900 kg beträgt die maximale Abflugmasse des Zeppelin NT nur 8 Tonnen. Seine drei Schwenkpropeller mit moderner „Fly by wire“-Steuerung machen ihn besonders manövrierfähig, dadurch kann der zu früheren Zeiten sehr hohe Personalaufwand beim „Ground-Handling“ drastisch reduziert werden. In der Luft beschleunigen ihn die Propeller dann bis zu einer Höchstgeschwindigkeit von 125 Stundenkilometern und ermöglichen bis zu 1000 Kilometer Reichweite.

Gebaut hat den Zeppelin NT die vier Jahre vor dem Jungfernflug gegründete ZLT Zeppelin Luftschifftechnik GmbH & Co. KG. Unternehmenszweck ist die Entwicklung, Herstellung und der Vertrieb von Luftschiffen. 1995 wurde es vom Luftfahrt-Bundesamt als Entwicklungsbetrieb anerkannt. Nach dem erfolgreichen Prototypenflug startete 1999 die Teileproduktion für die Serienfertigung, das erste Serienluftschiff trat 2001 seinen Erstflug an. Einsatzmöglichkeiten für den Zeppelin NT gibt es viele: zum einen die Passagierluftfahrt mit bis zu 15 Fluggästen, zum anderen machen die Flugeigenschaften der Luftschiffe sie auch zu idealen Vehikeln für Sondermissionen für wissenschaftliche Projekte, unter anderem in Kooperation mit dem Forschungszentrum Jülich oder der Helmholtz-Gesellschaft. Auch wurde ein Zeppelin NT zum Beispiel während des Weltjugendtags in Köln zur Verkehrsüberwachung eingesetzt. Und natürlich machen die hohe Sichtbarkeit und der langsame Flug einen Zeppelin auch zum idealen Werbeträger.

Um die Flüge und Einsätze der Luftschiffe zu koordinieren, hat die ZLT im Jahr 2001 ein Tochterunternehmen gegründet, die Deutsche Zeppelin-Reederei GmbH. Sie ist die Betreibergesellschaft für den Zeppelin NT, vergleichbar mit einer modernen Fluglinie. Über ihre Website können verschiedene Rundflüge in der Bodenseeregion gebucht werden – mit stetig wachsendem Zuspruch. So war das Betriebsjahr 2017 mit über 24.000 Passagieren das bisher beste in der Unternehmensgeschichte. Weltweit flogen bislang schon über 250.000 Menschen mit einem Zeppelin NT. Doch gleichzeitig ist die Reederei auch ein Kompetenz- und Servicezentrum für den gesamten Flugbetrieb und weltweit die einzige anerkannte Ausbildungsstätte für Zeppelin-Piloten. Angesichts der vielen technischen und ästhetischen Vorteile des Zeppelin-Flugs ist das bestimmt ein Berufsbild mit vielen Perspektiven – und ganz im Sinne seines Wegbereiters Graf von Zeppelin obendrein.